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dem 13. Jahrhundert die Kapelle S. Lorenzo in Miranda ein-gebaut war, hatten sich Handwerker angesiedelt, welche diemassenhaft gebrauchten zweiräderigen Karren und Holzjochefür Ochsen fertigten. Dahinter stand die Turris Cartularia alsRest der zerstörten Festung der Frangipani.
Gänzlich verfallen und trümmerhaft verschüttet war dieBauwelt des Palatin. Die Familie Capranica (Kardinal Dome-nico Capranico, 1400—1458, der berühmte Bologneser Gelehrteund Legat), welche auf dem fast unbebauten Gebiet des MonteCitorio den Palast Capranica besaß, hatte auch das Eigentumeines großen Teils des Palatin, einen ausgedehnten Weinberg,mit einer Kirche, S. Andrea in Pallara.
Die Bauten der Kaiser waren meist zusammenhangloseSchuttmassen geworden. Nur vom Septizonium des Severusstand noch ein Rest von drei Säulenreihen übereinander, derenSchönheit berühmt war. Diese ließ erst Sixtus V. (1585—1590)zerstören. Zwischen Palatin und Colosseum standen zerstreuteinige Häuser. Der Triumphbogen Konstantins lag verschüttetund war durch angebautes Mauerwerk unkenntlich gemacht.Die ganze Gegend vom Palatin bis zum Caelius und bis zumColosseum war eine Wildnis, in welcher die vom Colosseumabgestürzten Mauermassen wie mächtige Felsstürze wirkten.Nahe am Colosseum standen noch die Reste des Palastes derAnnibaldi und einige kleine Kirchen.
Am Rest der Meta Sudans vorüber führte die Via Papalis,auf welcher die Päpste ihre Krönungszüge zum Lateran fort-setzten.
III.
Es sind uns genügend zahlreiche verbürgte Nachrichtenüberliefert, um mit ihnen die Reihe der vorstehenden Einzel-mitteilungen noch erheblich zu vermehren. Wir sehen abervon dieser Vermehrung ab, weil die Klarheit und Anschaulich-keit des Gesamtbildes durch sie nicht gefördert werden würde*).
''') Literatur: F. Gregorovius , Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter.4. verbesserte Auflage, Stuttgart 1894, VII. Band, Seite 730—749; Pastor, Ge-schichte der Päpste. 8. Auflage 1926, Band III, 2, Seite 695 ff., Band IV, 1,1906, S. 387— 39 2 . Band IV, 2, Seite 561—567; A. v. Reumont, Geschichteder Stadt Rom in drei Bänden. Berlin 1867—1870, Band III, 2, Seite 447—457.