Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
Entstehung
Seite
1354
Einzelbild herunterladen
 

1354

Rom von 1492 bis 1592

sonalunion verbunden, um dann zum bloßen Annex des päpst-lichen Weltregimentes und zum Rahmen der päpstlichen Hof-haltung zu werden.

Für die Stadt als solche, die politisch zu sein aufgehört hat,während sie in ihrer äußeren Gestalt jedem vor Augen steht,tritt die spezielle Beschreibung in ihr Recht. Das Hauptinter-esse aber gehört den kirchlichen Dingen, in ihren Einzelheitenwie in ihrer Weltumfassung (A. v. Reumont).

Um diese Entwicklung bis in das 17. Jahrhundert hineinzu schildern, gehen wir von der Zeit des Todes Clemens VII. (15231534) aus.

Kapitel VII.

Von 1534 bis 1592.

i.

ie Geschichte Roms und der Päpste von 1417 bis1592 steht im Zeichen einer vom Standpunkte weit-blickender Geschichtsbetrachtung einheitlichenEntwicklung, welche sich chronologisch in zweiAbschnitten, 1417 bis 1534 und 1534 bis 1592 vollzogen hat.

Den ersten dieser Abschnitte haben wir ausführlich dar-gestellt.

Die Erörterung des zweiten Abschnittes beginnen wir mitder Feststellung eines wesentlichen Unterschiedes gegenüber dervorhergehenden Epoche in Hinsicht des Verhältnisses der Päpstezu ihren Regierungsaufgaben.

Jeder der Päpste von 14x7 bis 1534,der Renaissance-Päpste, bestimmte seine Politik in bewußter Unabhängigkeit,mit individueller Willkür. Die Einstellung dieser Päpste war soverschieden, daß die große Linie, in welcher alle diese Regierun-gen schließlich zu dem Sieg des verweltlichten Papsttums überdie Freiheit der Stadt führten, nicht früher erkannt werdenkonnte, als nach dem Tode Clemens VII .