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Wasser in der Villa Montalto empor, und am 8. September1589, dem Feste Mariae Geburt, ergoß sich das Wasser der vomPapste auf seinen Namen getauften „Acqua Felice“ zum erstenMal in alle Brunnen, ein Vorgang, welchen Torquato Tassodichterisch verherrlicht hat.
Der Lauf der Acqua Felice nahm seinen Anfang in der Näheder Stadt Palestrina. Der Aquaedukt mündete bei S. Crocein die Aurelianische Mauer , die den Kanal über Porta S. Lorenzofortführte. Hier übersetzt sie in mächtigen Bogen die Straßeund folgt dem Lauf der antiken Aquaedukte Marcia, Tepula,Julia.
Nachdem die Acqua Felice in der Villa Montalto wiederunterirdisch geworden ist, speist sie die Fontäne bei S. Susannaund versorgt dann mit ihrem Wasser nicht nur die Höhen vomLateran bis zum Pincio , sondern auch die anderen Stadtteile biszum Capitol .
Der Baumeister des Papstes, Domenico Fontana , berichtetüber die Wirkung des Aquaeduktes:
„Die hochgelegenen Teile Roms sind nun hinsichtlich desWassers den niederen gleichgestellt. Mit größter Freigebigkeithat der Papst den Klöstern, den Kardinälen, den Adligen fürihre Vignen und Gärten dort das nötige Wasser zur Verfügunggestellt. In den bisher verlassenen Gegenden beginnt man nunzu bauen, so daß dort ein neues Rom entsteht, in dessen Gärtender Hof, die Kardinale, die Adligen und das Volk Sommerfrischehalten können.“
Es wird von den Zeitgenossen bei Gelegenheit der Ein-weihung der Felice betont, daß seit Jahrhunderten die Bautätig-keit sich ganz auf die Niederungen des Tiberufers beschränkthatte, weil es den höheren Teilen ganz an Wasser fehlte.
Man darf sagen, daß Sixtus V. durch das geniale Werk derAcqua Felice jene Bautätigkeit und jenen Verschönerungseiferins Leben gerufen hat, welche die Entwicklung der Stadt zweiJahrhunderte lang bestimmt haben.