Von 1534 bis 1592
1371
Über die fernere Entwicklung der WasserversorgungRoms, nach Sixtus V. , sei hier berichtet, daß zu Beginn des2o. Jahrhunderts folgende Wasserleitungen, welche unter Be-nutzung antiker Aquaedukte gebaut waren, den Wasserbedarfder Stadt gedeckt haben:
Acqua Vergine mit täglich 8o ooo kbm Wasser, Acqua Fe-lice mit 21 ooo kbm, Acqua Marcia-Pia (1870 hergestellt) mit78 ooo kbm, Acqua Paola (1611 hergestellt) mit täglich 50000kbm Wasser.
IV.
Unmittelbar an das große Werk der Acqua Felice schloßSixtus V. die Umgestaltung der Stadt in ihrer Gesamtheit, wobeidas Interesse des Papstes, wie die Bulle von 1590 erkennen läßt,ebenso wie bei der Acqua Felice besonders den verödeten höhergelegenen Stadtteilen galt.
Sixtus knüpfte an die Bestrebungen an, welche Nicolaus V.(1447—1451), Sixtus IV. (1471—1484), Julius II . (1503—1513)»Leo X. (1513—1521), Gregor XIII. (1572—1585) der Baureformin verschiedenem Grade und in verschiedener Art gewidmethatten.
Es ist gradezu ein Merkmal der Baugeschichte Roms, daßdie Stadt niemals, von der ältesten Zeit bis zum letzten Vierteldes 1 6 . Jahrhunderts, einem planmäßigen durchgreifenden Um-bau, einem großzügigen neuen Stadtplan unterworfen wordenist.
Noch im Jahre 1575 waren die Straßenzüge der antikenrepublikanischen Stadt größtenteils erkennbar und maßgebendgeblieben, „in unregelmäßigem Grundriß, mit stark gekrümm-ten, in großen Winkeln sich schneidenden, meist engen Straßenund Gassen, denen Luft und Sonne fehlten.“
Der Höhepunkt in der Bautätigkeit der Kaiserzeit, dasvierte Jahrhundert, hatte zwar eine gewaltige Vergrößerung desbewohnten Stadtgebietes gebracht, aber keinerlei Regelung desStraßensystems und der Bauart.
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