Teil eines Werkes 
2 (1933) Von der Zeit des Kaisers Konstantin bis auf die Neuzeit
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Rom von 1492 bis 1592

Die Katastrophen von 410 n. Chr. (Alarich ) und 1084 (R.Guiscard), sodann Avignon und das große Schisma hatten denUmfang und die Beschaffenheit der Stadtbebauung verheerendreduziert. Von dem gewaltig ausgedehnten Gebiet, das die Be-festigung der noch immer aufrecht erhaltenen AurelianischenMauer umspannte, waren zu Ende des 14. Jahrhunderts dreiViertel unbewohnt.

Die eigentliche Stadt war am linken Tiberufer auf einemverhältnismäßig sehr kleinen Raum, in der Niederung zwischenTiber, Monte Pincio und Kapitol zusammengedrängt.

Auf dem rechten Tiberufer war der Abschnitt unterhalbdes Janiculum dicht bewohnt. Von der Leostadt war dieserStadtteil um ijoo durch einen gänzlich unbewohnten, 1 km lan-gen, 600 m breiten Uferstreifen getrennt, welcher zwischenPorta Septimiana und Porta S. Spirito eingespannt lag (aufunserer Tafel IV alsLungara bezeichnet).

Das gesamte bewohnte Stadtgebiet war noch 1500 durch-setzt von den adligenTorri undCastelli. Viele dieserSteinmassen waren Ruinen geworden, andere wurden noch jahr-hundertelang bewohnt oder als Burgen benutzt.

Kirchliche Bauten, Basiliken, Klöster, Heiligtümer wareninnerhalb und außerhalb des bewohnten Teiles des Aureliani-schen Mauerringes verstreut. Auch außerhalb dieser Mauern,vor den Toren der Stadt lagen Hauptkirchen, wie S. Paolofuori le mura , S. Sebastian, S. Lorenzo, S. Agnese.

Alle Basiliken in- und außerhalb der bewohnten Stadt wa-ren die Ziele ungezählter Pilger.

Die Straßen waren fast durchweg eng, krumm, ungepfla-stert. In den unbewohnten Teilen des Mauergebietes waren sievielfach unpassierbar geworden, streckenweise verschwunden.

Die Verbindung zwischen der eigentlichen Stadt und dentranstiberinischen Stadtteilen war höchst mangelhaft.

Die Renaissancepäpste vor Sixtus IV. haben diesen Miß-ständen nur stückweise abzuhelfen unternommen. Es ist sodann