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VI. ABSCHNITT.
Schiebung und von den gleichzeitigen .Silberpreisen auf demWeltmarkte abhängen. Bei einem Kurs des österreichischenGuldens von 1.70 M. und einem gleichzeitigen Londoner Silberpreis von 30 d. würden wir von Österreich für die8 2 /3 Millionen Thaler 22.100 000 Mark erhalten, also einenrechnungsmässigen Verlust von 3.900 000 Mark erlittenhaben; dagegen hätte uns der Verkauf der 8 2 /a MillionenThaler als Barrensilber, unter Abrechung des Einschmel-zungsverlustes von 3,1 u /oo — nur 12.781.490 Mark gebracht;es wäre das also ein Mehrverlust von 9.328.633 Mark.
Mit welchem finanziellen Erfolge die Operationen er-folgt sind, darüber liegt uns ein Bericht noch nicht vor. 1
In Deutschland scheint eine nahe Äusserkurssetzuugder österreichischen Thaler auch heute noch nicht zu er-warten sein. Es scheint, dass man die Vorräte allmählichdurch Verwendung als Material für gelegentliche Reichs-silbermünzprägungen aufzehren will; so soll wenigstens jetztfür die beschlossene Neuprägung von 22 Millionen MarkSilberscheidemünzen das Material aus österreichischen Thalerngeliefert werden, wie der Staatssekretär des Reichsschatz-amtes in der Reichstagsitzung vom 6. April 1894 erklärte.Zur Prägung dieser 22 Millionen Mark Reichssilbermünzenwürden 20 Millionen Mark in Thalern verbraucht werden,da die Reichssilbermünzen 10 Prozent leichter als dieThalergeschlagen werden. Der uns nach der Abschiebung von26 Millionen Mark an Thalern nach Osterreich noch ver-bliebene Rest von etwa 52 Millionen Mark 2 wird also durch
1 Aus den Akten der Silberkommission erfahren wir nur, dassÖsterreich seinen Betrag an österreichischen Thalern in 3 Baten zu je8666667 Mark Anfangs April 1S92, 1893 und 1894 übernommen hat.
- In der Beichsbank lagen Ende April 1894 47 165 000 Mark inösterreichischen Thalern. „Da die Stücke seit Jahren von der Beichs-bank sorgfältig angesammelt worden sind und das wiederholt auf-tauchende Gerücht, die Äusserkurssetzuug der österr. Thaler stehe un-mittelbar bevor, geeignet war, diese Ansammlung wirksamer zu unter-stützen, ist kaum anzunehmen, dass mehr als 4 bis 5 Millionen Marksich noch in Zirkulation befinden." ( Akten der Silberkommission, Nr. 13.)Danach wären also dem deutschen Reiche 51 bis 52 Millionen Mark inösterr. Thalern geblieben.