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Die Silberenquete : Eine Auseinandersetzung mit Ludwig Bamberger / Von Otto Arendt
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Währungsfrage? Was Süß als Geologe sagt, das sagen diehervorragendsten Nationalökonomen vom volkswirthschaftlichcnStandpunkt, und dagegen hilft alles nichts: Es geht nicht mitder Goldwährung und deshalb müssen die Schwierigkeitenüberwunden und Silber muß wieder Weltgeld werden.

(Deutsches Wochenblatt" Nr. 3 vom 18. Januar 1894.)

II.

Der zweite Aufsatz von Ludwig Bamberger in derNation" liegt vor. Einleitend werden nunmehr die VerfasserderWissenschaftlichen Gutachten über die Währungsfrage"wenigstens mit Namen genannt. Im klebrigen aber vermeidet esBamberger auf die Einzelheiten jener Gutachten einzugehen. Dasiväre auch weniger leicht, als mit allgemeinen Redensarten zuoperircn, wie z. B.:Es könnte einem bang um den Staatwerden, der vom Katheder herab regiert würde" - aber einStaat, der unter die Botmäßigkeit der Banquiers geriethe, dieBamberger für die berufensten Sachverständigen im Währungs-streit zu halten scheint, würde vermuthlich noch schlechter fahren.

DieWissenschaftlichen Gutachten" wurden lediglich zudem Zweck von mir veranlaßt, um der Unwahrheit entgegenzuwirken,als ob mit der Suspension der indischen Silberprägungen unddem Fall der Sherman-Bill alle bimetallistischen Aussichtenbegraben seien, wie es damals in der Goldwährungspresse hieß.Demgegenüber sollte die öffentliche Meinung, in welcher bedauer-licher Weise die Währungsfr agezu einer politischen und Jnteressen-frage gestempelt war, von Männern, welche über den Parteien-stehen, von den Männern der Wissenschaft, einmal erfahren,daß unsre angeblich so befriedigenden Währungsverhältnissethatsächlich zu den ernstesten Bedenken Veranlassung bieten.

Und nun kommt Bamberger und behauptet:

Der Grundzug sämmtlicher hier vorgebrachten Auseinander-setzungen geht dahin, daß sie sich darauf zuspitzen, Voraussagungenüber den künftigen Gang der Dinge zu machen-" . . .