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Die Silberenquete : Eine Auseinandersetzung mit Ludwig Bamberger / Von Otto Arendt
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III.

Das Bemerkenswerteste an dem dritten Aufsatz vonLudwig Bamberger in derNation " ist der wesentliche Unter-schied des Tones gegenüber dem ersten Artikel. Im erstenArtikel, wo nur der ostpreußische Brief des Grafen von Caprivivorlag, erging sich Bamberger in Witzeleien über die Enquete man hätte ebenso gut das Kneippsche Heilverfahren zurBeschwichtigung der Gemüther untersuchen lassen können imdritten dagegen tritt Wuth und Zorn über die Enquete rechtdeutlich zu Tage ein für uns sehr erfreuliches Symptom.

Bisher verfolgte die Goldwährungspartci die recht durch-sichtige Taktik, jedes Ereigniß als einen großen Erfolg fürdas Gold und als eineVernichtung" der ohnehindurchausaussichtslosen" Bimetallisten hinzustellen galt es doch inerster Linie zu verhindern, daß das große Publikum dieWährungsfrage ernst nimmt, sich damit beschäftigt und überdiese Dinge nachzudenken anfängt.

Als die Bimetallisten ihrerseits eine Währungs-Enquetewünschten ein Antrag des Abg. von Huene beschäftigtesogar den Reichstag lehnte sie die Goldwährungspartei ent-schieden ab. Man dürfe auch nicht einen Zweifel aufkommenlassen, als ob Deutschland an seinerbewährten Goldwährungrüttle."

Gemäß dieser Taktikfreuten" sich denn auch die Anhänger derGoldwährung über die nun wirklich ins Leben gerufene Enquete,als aber die Erklärung des preußischen Staatsministeriums keinenZweifel darüber ließ, daß es sich diesmal nicht um endlosetheoretische Diskussionen, sondern um den Versuch einer prak-tischen Lösung handelt, da schlug der Ton um und Bambergerschreibt:

daß die Reichsregierunq uns mit dieser Maßregel hätteverschonen können, so lange England nicht aus eigenem Antriebeden ersten Schritt zu solcher Umkehr unternimmt."

In dem großen Kreise derer, welche das Rütteln an unsererWährung geradezu unbegreiflich finden, beruhigt man sich überdas jetzige Vorgehen damit, das alle solche Versuche erfolglos zuBoden fallen müßten. Wie weit dieser Glaube berechtigt ist, sollim Augenblick nicht untersucht werden. Aber darüber kann keinZweifel bestehen, daß die eben gethanen amtlichen Schritte be-reits schädlich wirken müssen. Wer den Gang der Geschäfte