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Die Silberenquete : Eine Auseinandersetzung mit Ludwig Bamberger / Von Otto Arendt
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kennt, wird nicht zweifeln, das; seit der Erklärung des Land-wirthschaftsministers im Herrenhause viele Leute in Deutschland bereits sich die Frage ausgeworfen haben, ob sie nicht zur Er-haltung ihres Vermögens Forderungen und Hypotheken kündigen,deutsche Effekten verkaufen und Sicherheit in ausländischen An-lagen suchen sollen. Ebenso werden ''Ausländer, die Kapitalien inDeutschland stehen haben, aus ihrer Ruhe aufgeschreckt werden,und die Lust, neue Kreditverbindungen mit Deutschland anzu-knüpfen. wird leicht auf das Bedenken stoßen, daß in Folgemöglicher Veränderung in unserer Währung bedeutendeSchädigung eintreten könne. Ist aber einmal in diesen empfind-lichen Dingen der erste Anstoß zu Mißtrauen gegeben, so wirddie Fortwirkung in weite Kreise hinaus unberechenbar. DiesAlles führt zu dem Schlüsse, daß weise Vorsicht den neuestenvon Preußen und dem Reich gethanen Schritten nicht nachzu-rühmen ist. Eben deshalb kalkulireu diejenigen richtig, welchediese Schritte willkommen heißen, weil Verwirrung und Mißtrauenin die Zahlungsvcrhältuisse Deutschlands zu bringen ihnen alseine günstige Vorbereitung zu einem Sturm aus das Gebäudeunserer Münz- und Baukverfassung erscheint."

Soweit Bamberger . Soll das eine Drohung sein oderder Versuch, Befürchtungen wachzurufen, die Niemand hegt undgegen Gefahren zu alarmircn, die nicht vorhanden sind? DieseAusführungen sind so außerordentlich belehrend über die Art,wie Bamberger durch die maßlosesten Uebertreibungen, durchdie rücksichtslosesten Entstellungen fürseine Goldwährung"kämpft, daß sie durchaus geeignet sind, dem Zweifelnden dieAugen zu öffnen, welches Vertrauen die Bambergersche Beweis-führung überhaupt verdient.

Wer bringt dennVerwirrung und Mißtrauen in dieZahlungsverhältnisse Deutschlands ?" Derjenige, der sich wieBamberger nicht scheut, durch völlig haltlose Alarmrufc dendeutschen Kredit anzutasten, oder diejenigen, welche durch Be-seitigung der Silberentwerthung die faktisch bestehende Gefahr,daß unser Geld- und Kreditsystem in kritischen Zeiten mangelsgenügender Fundirung über den Haufen fällt, aus der Weltschaffen wollen? Man erwäge nur, wie Bamberger auch hierrein willkürlich die Dinge auf den Kopf stellt. Worin bestehtdenn derSturm" auf unsereMünz- und Bankverfassung"?doch nur in dem Bestreben ein internationales Abkommenüber die Regelung der Silberfrage zu erzielen. Wie könntesich nun, wenn es einer solchen Sicherung bedürfte, der deutsche