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er freilich nur sehen, wie sich die wiedergewonnene Freiheitin Frankreich selbst ausnehme und machte mit seinen beidenKameraden einen Ausflug nach dem gut republikanischenStrassburg . Da die drei neugierigen Reisenden aber dortals eine Deputation der deutschen studireiulen Jugend ge-feiert wurden, zogen sie es doch mit Rücksicht auf die hei-mischen Verhältnisse vor, dieser ihnen aufgedrängten Rollerasch zu entsagen und heimzukehren. In Mainz war dieBewegung unterdessen auch in lebhaften Fluss gerathen. DieMainzer hatten noch keine Anhänglichkeit an die ihnen vomWiener (Kongresse aufgedrungene Dynastie Mer hessischenLandgrafen. Die ältesten unter ihnen hatten die Zeiten nocherlebt, da ihre Erzbischöfe Kurfürsten und Erzkanzler desdeutschen Reiches gewesen waren, und die französische Re-volution mit durchgemacht, die mittlere Generation, die nichtsvon den Schattenseiten derselben persönlich mehr empfunden,war liberal gesinnt, die Masse der Jugend dagegen radikal.Alle sahen auf Darmstadt mit seinem Grossherzog etwas ver-ächtlich herab. Und das um so mehr, als in Mainz , das jaBundesfeste war, der Landesherr nicht einmal durch seinMilitär imponirte. So wurde Mainz .rasch in die revolutionäreBewegung hineingerissen und ihr Führer, der Advocat FranzZitz , bald eines der angesehensten Häupter des rheinischenRadikalismus. Dieser kam hier auch schnell und ohne Kämpfezum Ziele. Die damals üblichen Forderungen des Volkes wurdenin Darmstadt bewilligt und man feierte schon am 8. Märzpompös den Sieg der Revolution. Der Grossherzog besuchtedann kurz darauf seine getreue Stadt Mainz und wurde fest-lich empfangen. Bamberger konnte hei diesem Gange derEreignisse nicht thatenlos zur Seite stehen bleiben. Nochzu jung und unbekannt, um sich irgendwo als Volksvertreteraufstellen lassen zu können, lag es ihm nahe, seinem Thaten-durst in der Presse Luft zu machen. Er fühlte sich persön-lich in seinem ganzen Wesen noch dadurch gehoben, dass eran dem Tage jenes Siegesfestes der Mainzer sich mit seinerspäteren Frau, seiner Cousine Anna Beimont, als seiner Ver-lobten wenigstens verstohlen zeigen konnte.