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Ludwig Bamberger : eine biographische Skizze / von Otto Hartwig
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Kr wollte in ihnen der Nachwelt ein Zeugnis* über deneigenartigen und gewaltigen Mann, dessen Ruhm fest stehtfür alle Zeiten, hinterlassen, das von einem Mitlebendenherrührt, der ihn wie wenige studirt hatte und den Kern seinerPersönlichkeit zu erfassen aufrichtig und ehrlich bemüht- ge-wesen war. Noch einmal durfte er sich bei dieser Arbeitseiner alten geistigen Frische erfreuen. Die Anerkennung,welche die auch im Separatabzuge erschienenen Artikel weitund breit fanden, erhöhten noch einmal sein Lehensgefühl.

Aber der stets schwache, und doch so zähe Körper ver-sagte endlich endgültig. Am 14. März 1899 starb LudwigBamberger an Altersschwäche.Ein Organ nach dem anderenhatte in wenigen Tagen den Dienst eingestellt, sagte miram 17. März der alte treue Diener mit Thränen in den Augen.Ergreifende Worte der Erinnerung sprach an diesem Morgenin dem »Studierzimmer des Verstorbenen sein greiser FreundTheodor Mommsen vor einer zahlreichen Versammlung vonVerwandten, Freunden und Freundinnen. Darauf wurde seinLeib auf dem israelitischen Friedhöfe in der Reihe der Ehren-gräber neben seinem Freunde Ed. Lasker in die Erde gesenkt.Am Abend desselben Tages hielt dann im grossen »Saale desKünstlerhauses ein ihm persönlich und politisch ganz nahe-stehender jüngerer Freund, der Abgeordnete Th. Barth, voreiner nach Hunderten zählenden Versammlung ihm die weihe-volle (fedächtnissrede. Das ofticielle Berlin war hier nichtvertreten. Nur über der Thür des »Saales hing ein grosserKranz, den die Kaiserin Friedrich dem Todten gewidmethatte. Fm sein Bild der Nachwelt inmitten eines Instituts

zu erhalten, an dessen Zustandekommen er hervorragendenAntheil genommen hatte, hat am 7. November 1899 eineAnzahl seiner Freunde seine Marmorbüste im Lesesaale derdeutschen Reichsbank aufstellen lassen.