Druckschrift 
Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
Seite
27
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Vililia Pauvcrum.

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zwei Blätter Tert (Bl. 37 und 33)-> das ersteremit 38, das andere mit 39 Zeilen. Jenes fängtmit den Worten an:Als ml piichcr sagenvnÄ sunÄerlich das mich ComvenÄium Theoloiein dem siedenden teil u») himcl vnÄ crd prenncnwerd."

Das 38. Blatt beginnt:VnÄ wn gros? srruÄvnd wollust in das ist von dem Vater der selig-Keit"; und schließt:so schrey ich miscrere meidrus got ervnrm dich vbcr mich sprach ich zu ÄemrnÄc vnd d>) silicn psalm oft in latein."

DaS oben angeftchrte Co>ni>«nitlum tlieologic^everlwt.1« wird von den Schriftstellern des Mittcl-alterS bald dem Roger Baco, bald dem AlbertusMagnus , bald dem Bischof Haymon von Can-tcrbnry, mit dem meisten Rechte aber dein Hngovon Straßburg, Hugo ^i-gentinensis, zugeschrieben.Mit diesem Werke aber darf die gleich betitelteSchrift des Thomas Dorniberg nicht verwechseltwerden.

Weiterhin wird erzahlt, der h. Hicronymushabe diese fünfzehn Zeichen aus griechische» Bü-chern entnommen und in Latein gebracht, wiedies geschrieben stehe im Anfange des BucheS:I^exeiläk siuict! kratris lacobi or6!n!s ?r»eclica-torum kllio nomius I>)stoii^ lomburcüca." Hier-unter ist des ^l-obus Äs Vorsglue (geb. UM 1230,gest. 1298) I>sxLUlIa Siünctorum verstanden, welchenach dem Verfasser häufig auch Listori-t Zlwiiwm-ülciigenannt wurde.

Die zweite Ausgabe unterscheidet sich von derersten dadurch, daß jedes Blatt mit einem Buch-staben bezeichnet uud das erste Bild, wie des Ent-krist's Vater um seine leibliche Tochter wirbt, weg-gelassen ist. Vgl. L-»t>ve>l Horns, Introcwctlan ete.

II, ^.ppenÄlx 8. Es giebt anch mehre mit be-weglichen Lettern gedruckte Ausgaben, darunter einevon Matthäus Maler zu Erfurt vom Jahre 1516.Eine Kopie deszehent zeichen" der ersten Aus-gäbe siehe bei vilxlin, Liblivtlleca Snenveilüns I,

XXX-XXXI.

Von dem fünfzehent zeichen " oder der 36. Tafeldes ganzen Werkes giebt beifolgendes Facsimile nachdem Dresdener Originalblatte eine deutliche Vor-stellung.

VI

Biblia ?auperum" oderArmenbibel."Ein Cyklnö neutestamentlicher Vorstellungen von derGeburt der h. Jungfrau au, durch das Lcbeu undLeiden Christi bis zum jüngsten Gericht, mit bestän-diger Hinwcisung auf das alte Testament, welcheseinem uralten Glauben gemäß dem neuen stetsTypus und Vorbereitung war, besonders mit Bei-fügung der Propheten oder anderer, die Zukunftdes Weltheilandes verkündender, Schriftsteller desalten Bundes.

Der NameArmenbibcl", welchen man frühervon der uutcrsteu Volksclasse, der die Anschaffungeiner ganzen Bibel zn kostbar gewesen, herleitenund den Zweck unterlegen wollte, diese als Bilder-buch zu ersetzen und somit dem gemeinen Mannenoch anschaulicher zu machen, ist dahin zu deuten,daß die geringeren Ordensgeistlichen, b'ratrss ml-nores, als die Franziskaner, Karthänser und Ka-puziner, sich selbst häusig p-niperes ein-Isti uanntcnund sich bei ihrcu Kanzclvorträgen dieses BuchcS alshomiletischen Hülfsmittels bedienten, um die Ge-schichten des alten Bundes auf die des ncncn anzu-wenden und Letztere durch symbolische Deutung derErsteren zu bekräftigen.

Von sechs bis jetzt entdeckten Ausgaben besteheteine aus 5V Blättern, während die übrigen fünsnur 40 Blätter zählen. Sie ist wegen der Ver-wandtschaft mit der Schriftform der angeblichKoster'schen Presse unstreitig niederländischen oderwenigstens nicdcrrheinischcn Ursprungs. Zwei dieserganz xylographischen Ausgaben in deutscher Sprachesind schon mit der Presse nnd auf beiden Seiten desPapiers gedruckt, von denen die eine vom Jahre1470 die Briefdrucker Friedrich Walther und HansHnrning zu Nördlingcn als Vcrfertiger nennt, dieandere mit dem Monogramm von Hans Sporer dasJahr 1477 als Zeitpunkt der Entstehung angiebt.Anch Albert Pfister zu Bamberg hat bald nach 1460zwei typographische Ausgaben geliefert.

Die Vorstellungen der Originalausgabc von50 Blättern, von welcher das einzige Ercmplarfrüher in Wolfenbüttel war, aber nach Paris entführt, nicht wieder dahin zurück gekehrt ist,haben in Zeichnung und Schnitt mit denen zum