Speculum hunmnae salvationis.
Bilderbibel sei, ist, so artig sie auch durch dieBildwerke in dem Dom zu Bremen unterstütztwurde, so gut als aufgegeben, seitdem der scharf-sinnige Lessing (Werke Th. IX. S. 120-127.) siecmf ihren wahren Werth zurückgeführt hat. Nochist der eigentliche Urheber unbekannt; denn die weitspätere „Biblia pauveruin s (loinino Lonaventnracclitk omnibus nrediostoribus perutilis ", eine mit
beweglichen Lettern gedruckte Ausgabe von 1490,darf nicht damit verwechselt werden. Dieser vons-
Ventura, auch „voctor Lor-lvnicus " genannt, War
im Jahre 1221 geboren, wurde General seinesOrdens und Cardinal.
Eine genaue Beschreibung der verschiedenen Aus-gaben und deren Abweichungen findet sich in v. Hci-necken's „I<les xenersls <l'nne collection a'estsmnes"eto. I^.ps. 1771. 8. x. 292-334. und in „Heller'sGeschichte der Holzschneidekunst" Bamberg 1823. 8.S. 343-359., auf welche Werke wir diejenigenLeser, denen die allgemeine Schilderung nicht ge-nügt, verweisen zn müssen glauben. Man vergleiche
noch Ksntanner, Oictionnairs 6u xv siecle, Vol. II.p. 207-210.; 1-ambinst, Kecberclies sur l'iinprimsriep. 61-72.; vsunou, ^nal^so des vpinivns sur l'ori-gins 6e l'imnriinoriiz, r>. 7-15»; l'Iivmss L»rt»eIIHorns, sn Intro<Iuction to tbv Ktuö)'ck Lidlioxra-
xbio, Vol. II. sppenä. II-V.; Jacobs und Ukert'sBeiträge I, 80-98. Facsimiles der lateinischen Aus-gabe finden sich bei Ileineclcen, Idee xen. p. 292.303.;
bei Sclielliorn, ^mosnit. IV, 296. (das letzte Blatt);0ttl<:v, in<zuirv I, 112-115. 116. 118. 126. 127.;Jackson, a treiltise on woocl IZnxravin^, n. 107.
110. 112. 113. 114.; und der sehr davon abwei-chenden deutschen ebendaselbst S. 322.
Im Mai 1823 entdeckte Jac. Koning die soge-nannten Koster'schen Holzplatten der Libliaperum und der ^Vrs moriencli, welche in den nörd-lichen Provinzen von Holland geblieben und voneinem andern Drucker des fünfzehnten Jahrhun-derts in verschiedenen Büchern wieder angewendetworden waren. Den näheren Bericht über diesenFund siehe im dritten Stücke der „Bydragen totdc geschiedenis der Boeckdruckkunst" door JacobuSKoning, Harlem , 1823. 8. und „Allgemeene Konsten Letterbode, 1823, Deel I. x. 354.
Wir geben hier eine treue Nachbildung der25. Tafel der ersten Ausgabe nach dem Dresdener Exemplare. Die Höhe einer jeden Platte beträgt9 Zoll 4 Lin., die Breite 9 Zoll 1i Lin.
VII
Mit der „Armcnbibel" ist am nächsten ver-wandt der „ Heilssp iegel", 8ne«ulum Imm»»-^salvationis, in holländischer Sprache „Spieghclder menscheliker behoudenisse", in klein Folio,ebenfalls eine Reihe von neutestamcntlichcn Dar-stellungen, am Anfange und Schlüsse mit Bildernzu einer Geschichte der Erlösung des Menschen-geschlechts, die vom Falle der bösen Engel undder ersten Acltcrn im Paradiese ausgehet und mitdem Heiland endigt, ansehnlich vermehrt.
Der in Verse gebrachte Tert ist in ebensoviele Capitel, als neutestamentlichc Hauptbildervorkommen, eingetheilt und mir in einer latei-nischen Ausgabe theilweise xylographisch, in denandern aber durchgängig mit beweglichen Letterngedruckt und verdient daher weniger als Holztafel-druck, denu als Erweiterung der „Armcnbibel"hier genannt zu werden.
DaS Werk beginnt mit zwei und einem halbenaufgeklebten, oder fünf halben Blättern Vorrede.Als Probe des lateinischen Textes in gereimtenStrophen mögen die beiden ersten Zeilen der erstenAusgabe hier eine Stelle finden:
„ ( P ) Nohemiü rui^dam scipit nove compilationisLui<) nome K titul>) e speculü hüane saluacöis."Hieraus folgen 58 Blätter mit je zwei für jeneZeit trefflich gezeichneten und gut geschnittenen Vig-netten, welche stets durch eine Mittclsänle getrennt,aber von demselben Bildrahmen umschlossen sind.Z. B. Blatt 4>-. als erste Darstellungen, linksLucifers Fall, darunter „ Casus Fuciferi ", rcchtSdie Schöpfung Eva's; darunter „d's c'auit hoiezad ymagiez il similituoiez suS."
Die zweite Ausgabe beginnt mit den Worten:
„(I)Tlcipit speculü humane saluarionisIn quo patz casy hois K modi) rexäciöisIn hoc speculo polest Homo cösioerare."im Ganzen 26 Zeilen, darunter „genesis pmo ral°."