30
Speculum humaime salvationis.
Die Ausgaben in niederländischer Sprache habein„Irr beghint oat spcghel der. menschelikcr behou-denisse <O ^ ce mach hi daer in sie» dar hi ^ mitsviiints bcoroch verdoct ^ is Ln hoc hi oumitsd' licrm
Man kennt bis jetzt vier Ausgaben, deren zweimit lateinischem, zwei andere aber mit hollandi-schem Terte von einerlei Hotzstöcken und Letzterenur aus einer Seite mit dem Reiber in blasserWasserfarbe gedruckt sind. Die lateinischen Aus-gaben haben 63 Blätter, von denen süuf die Vor-rede ausmachen; die holländischen hingegen nur62 Blätter, davon die Vorrede vier einnimmt,bei einer übrigens gleichen Anzahl von Bildern.Daß der Druck mit besonderen von den Bildtafeln ;getrennten Holzstöcken geschehen war, geht aus ihrerschrägereu, bald ferneren, bald näheren Stellunghervor. Der Tert darunter in schwarzer mit Oelgetränkter Farbe ist mittelst einer Presse mit beweg-lichen, von denen in der Umrandung der Holz-schnitte verschiedenen Lettern, jedoch wie bei derArmenbibel, nur auf einer Seite des Papiersgedruckt. Kouing hält das Specuwm für einenmit beweglichen Typen ausgeführten Koster'schenDruck. Wenn gleichwol keine genügenden Beweisevorliegen, eine so kühne Behauptung zu recht-fertigem so läßt doch die Aehnlichkeit des großenMissaltypcnschnittes und der Bilder schließen, daßbeide Producte in Zeit und Ort nicht weit voneinander liegen, und zwar in die Gegenden desNiederrheinS sowie in die Periode fallen, in welcherum das Jahr 1450 die Typographie zu Mainz insLeben trat. Die berühmteste der Ucbcrsetzuugen istdiejenige in flamändischer Sprache, von der zweiAusgaben eristiren. Die älteste Auslage kann manaus der Anzahl der Blätter, nämlich 63, aus ihrerAbtheilung in fünf Lagen und aus dem Umständeerkennen, daß die Erläuterungen der 1. 2. 4. 5. 6.7. 8. 9. 10. 11. 13. 14. 16. 17. 21. 22. 26. 27.46. und 55. Abbildung in die Holztafcl mit ein-geschnittcn, während die fünf Blätter der Vorredeund der Te,rt der übrigen 38 Blatter mit gegossenenMetalltypen ausgeführt sind.
Auf dieses Buch, von dessen bildlichen Dar-stellungen Meermann in seinem berühmten Werke
Oi-lMiies t)l>og>'apliicso, v. Heinecken in seiner Ideegener^le ll'uiie collectiv» o"e«tsinxes, 1-e!j>L. 1771. 8.ri. 444., Iliumas Härtn eil Horns, lm Introductionto tbe KtUtl)' vk Lidliugril^Ii)', II, ^ripenä. x.,vttle>, iiuMi')' etc. I, 158. 160. 166. 169. 171.uud 1-lcIison, ü treatiüe on noo<1 IZiiAr-lvinx p. 119.120. 121. mehr oder weniger genaue Facsimilesgeben, bauen die Holländer den Hauptbeweis derPriorität der Erfindung ihres Lorenz Koster. —Die Uebersetznng in deutscher Sprache ist öftersgedruckt worden; die älteste dieser Ausgaben istdiejenige, in welcher der lateinische Tert den deut-schen begleitet. Sie ist ohne Ort, Jahrzahl undDrucker ungefähr um 1471 mit Typen von GüntherZaincr in Folio ausgeführt; die andere aber ist zuBasel 1476 von Bernhard Nichel ebenfalls in Foliogedruckt. Von der französischen Uebersetzung hatman eine zu Lyon im Jahre 1483 gedruckte Aus-gabe, welche später auch in Paris ohne Da-tum Nicklas Dcsprez für Jean Petit ausführenließ. — Die wichtigste mit gegossenen Lettern aus-geführte Ausgabe ist: „De Spieghcl onser behon-denissc: van Cnlenvurch l>n mn Johim Veldener,in't .juer ons Herrn m. crcc. en Äe lrrriij. desZnterdnges vost muthei „postoli." in 4. DieserDrucker hat zwar die nämlichen alten Holztafelnder bildlichen Darstellungen benutzt, dieselben aber,um sie bei seinem kleineren Formate gebrauchen zukönnen, in der Mitte bei der Säule cutzwei gesägtund überhaupt anders angewendet, ja sogar dasBuch mit zwölf früher noch unbenutzten, obschongleich alten Hvlztafelbildcrn, bereichert. Die ver-schiedenen selbst mit beweglichen Typen gedrucktenAusgaben hat Heinecken in seiner Idee xener-de vonSeite 432-479 kritisch gewürdigt und seine Gründemit Facsimiles unterstützt. Nach Mcermann 0r!-gines tz'noxr^dilcae I, 101. soll der Bcnedictiner-mönch Johannes in der Abtei St. Ulrich zu Augs-burg im vierzehnten Jahrhundert der Verfassersein. Nach Heinecken aber war er blos der Urhebereines lateinisch-deutschen Auszugs, einer sogenann-ten Summiüa. Der Versasser des «i«-cuwm ist nochunbekannt.
Die beifolgende Nachbildung giebt ein treuesBild dieses vielbesprochenen Drnckdenkmals.