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Das Auch der Könige. — Dr. Hartlieb's Chiromantie.
Eine ausführliche Beschreibung dieses Kleinodsgiebt der über jedes Lob erhabene Fr. Jacobs inseinen und Ukert's „Beitragen zur älteren Lite-ratur" zc. Bd. I. S. 93-114. Ein Facsimile derfünfzehnten Bildtafel siehe bei Heinecken „Ideegeneritle" S. 382. — Das Münchener Eremplarzeigt auf dem ersten Blatte die heiligen KirchenlehrerAmbrosins mit der Unterschrift: „AMbrosiusIn eramero liliro sccundo eal" rh" <Quid aguntqui solet ura irridere mivteri'a" etc. (14 Zeilenund ^ qsti ^ onez) und Augustinus mit dendarunter stehenden Worten: „.Augustmus 1,'broter > cio dc imrabililius rat" (Quävis contracunctor2^ hom. roncevcionis" «tc. (14 Zeilen).Unten rechts ist das Monogramm des Formschnei-ders Friedrich Walter nebst Jahrzahlen in Holzgeschnitten: f.1V.).H/V(Z. ^ Blatt 2. diehh. Hieronhmus nnd GrcgoriuS. Das letzte Bildstellt zwei sagende Manner zwischen zwei KönigS-bildern vor mit der Legende: „Homo s, ,» lnoiÄcvi ecl: pi'ngi valet. Cur almi spüs oxe virgonon gn^arct Albertus ^° minoralium tractatu z^"cal° Das Ganze ist von roher Arbeit undin dem Charakter des „Entkrist" gehalten.
Der königl. preuß. Geheime Staatsrath undGeneral-Postdirector von Nagler besaß in seinenreichen Sammlungen ein von der Empfängnis)handelndes Holzschnittwerk von acht auf Ochsen-kopfpapier gedruckten Blättern in Querfolio,welches jetzt Eigenthum der königlichen Bibliothekzu Berlin ist. Jede Seite hat acht (die erstejedoch nur vier) Holzschnitte mit Ueberschriften.Auf der ersten Seite unten stehet: F. U>.(Fr. Walter 1470).
Es ist dies wahrscheinlich ein unvollständigesEremplar dieses höchst seltenen Werkes und außer-dem noch durch den Drucker verschieden. SieheEbert, bibliographisches Lerikon No. 9315. Einschönes vollständiges Eremplar besitzt die königlicheHof- und Staatsbibliothek zu München , früherEigenthum des Klosters Noth; ein unvollständigesbesaß die Bibliothek zu Helmstädt. Siehe BrunS,Beiträge ic., St. I. S. 54 u. folg.
In einigem Zusammenhange damit stehet dasseltene französische Werk des M. P. Fabri:
„IZn su^t mix petit tr-ücte disloxue iait en IKöneurüs <l!eii 6c lls ss inere, nöms le Zetssore 6s I»acextiö (Kouen, Nsrtin Alorin, 1514. 4.)
X
Das „Buch der Könige", leider Kexumseu Vits vavillig, ein seinem Ursprung, Schrift -und Bildcharakter nach zuverlässig deutsches Na-tionälwerk, welches alttestamentliche Begebenheitenaus den Büchern Samuels darstellt und durcheinen kurzen Tert in lateinischer Sprache erläu-tert ist.
Es bestehet aus zwanzig nur auf einer Seitegedruckten Blättern in Folio, welche auf der Rück-seite an einander geklebt sind. Je zwei und zweiBlätter, einen Bogen ausmachend, haben eineSignatur und diese gehet von A-K. Jedebedruckte Seite ist in vier Felder getheilt, davondie beiden obern die Bilder, die beiden unternaber den dazu gehörigen Tert enthalten. Diebildlichen Darstellungen haben nicht die bei der-gleichen üblichen Schriftzeddel.
Der Tert beginnt: ,,1il>' regum" darunter dieWorte:
„PNimo libro regum rap'lo vrimo legitur quodfuit vir unus nomine helchana" etc.Die Tinte ist jene bei den frühesten Druckver-suchen mit ganzen Holzplatten übliche blaßbrauneWasserfarbe. Die k. k. Hofbibliothek zu Wien besitzt das einzige bis jetzt bekannte Eremplar.Siehe: Vibäin, Liblioxr. sntiiz. sn6 pietur. lourin Trance snil <?ormsn^. I-onclon 1821. xr. 8.Vol. m. x. 351.
XI
Die „Kunst Ciromantia." Dr. JohannHartlieb's , Leibarzts Herzogs Albrecht's desFrommen zu Baiern , „Anweisung znr Chiro-mantie", welche in der deutschen Uebersetzung mitder Überschrift: „Die Kunst Ciromantia" ver-sehen ist. — Das nebenstehende Facsimile magals Probe des Schristcharakters und der damalsüblichen Verzierungsart der Bücher dienen.