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Aaml'crg. — D»»ns (Spor-
er) ^Zriefmalcr. — Cöln.
hatte ihm einen st' hohen Rnf begründet, daß erbald viele Aufträge dieser Art erhielt, und 1487sowol das „Missale rcclcsiae Frisingensis " alsdas Meßbuch für Olmütz druckte, und zwar letzteresallein, auf Kosten und uach besonderer AnweisnngPeter Drach's von Spcyer. DaS Bamberger Mis-sale von 1490 hat er wieder in Gesellschaft Petzen-steincr's gedruckt. Er muß schon in diesem oder zuAnfange des nächstfolgenden Jahres gestorben sein;denn am 20. Mai, an welchem Tage der Druck der„Statut,! synodal!»" 1491 vollendet wurde, wirdkeiu Drucker namhaft gemacht; wol aber werden imMonate Angnst bei Beendigung der „PambcrgcrAgende" sowol Lanrcnz Seuscuschmid (wahrschein-lich ein Sohn des Vorigen) als Johann Pscyl undHeinrich Petzcusteiner als Verfcrtigcr aufgeführt.Nebst den Genannten verdient noch Erwähnung
Hanns (Sporer) „Briefmaler",
von 1487 bis 1494,
ein Formenschneidcr aus Nürnberg , zufolge derSitte damaliger Zeit uur durch seinen Taufuamenund durch sein Gewerbe bekannt, welcher nachBamberg gezogen war und hier meist kleinereVolksbücher und Lieder bekannt machte, auf denener sich häufig „meistcr Hauus puchtrucker" oderauch „puoch Drucker zu Bamberg Hiuder santMartiuSkirchcu " uenut. Unter den vielen Schrift-chcn dieser Art, von denen wir uur „Fcben vndWunderzcycheii saut Scbnlts", „Keiscr Karlsrecht", „Die histori von !>cm grasen iir dempflüg", „Vom luinig im pad", „Von dem mannim garten", „Pie rrschöpfüng des ersten menschenAdams", „Lucifers mit seiner gcsellschaft Val"beispielsweise anführen, hat „Lin Spottlied" aufdas fehlgeschlagene Ansnchen des Herzogs Albrechtvon Sachsen , seinen Sohn Friedrich zum Coadjutorvon Würzburg Wahlen zu lassen, das meiste Auf-sehen erregt. Nach einer bei Marimilian 1. ange-brachten Klage wurde diese Schrift allenthalbenaufgekauft und öffentlich verbrannt; der Druckermußte flüchtig werden uud scheint sich nach Erfurt gewendet zu haben; denn da begegnet uns wiederein HannS Sporer, Buchdrucker.
Noch verdienen unter BambergS Typographendes fünfzehnten und sechszehnten Jahrhunderts eiuerruhmvollen Erwähnung Johann Pfeyl vom Jahre1497 bis 1500, Georg Erlinger (Erlanger), anchFormschneider, die ebenfalls in Augsburg drucktenuud Marx Ayrer, einer jener reifenden Künstler,welche ihre Werkstätte bald da bald dort aufge-schlagen haben. So begegnen wir ihm 1487 zuNürnberg, 1497 zu Jngolstadt und 1498 zu Erfurt .Eiuer der wichtigsten Drucke dieser Zeit und dieserStadt und Pfeyl's Hauptwerk ist „Die Pamber ^gische halsigcrichts ordenüg" (1507) mit dem fastdie ganze Stirnseite des ersten Blattes einnehmendenHolzschnitte , der Schwert, Galgen, Rad uud alteTorturinstrumente damaliger Zeit darstellt, die ersteäußerst seltene Ausgabe eines in jeder Hinsicht sehrmerkwürdigen BucheS, welches als die Quelle jenerfürchterlichen „Carolina" angesehen werden kann,die seit 1533 einer unzähligen Menge Menschenin Deutschland Leib, Leben, Gut uud Ehre, vouRechtswegen, abgesprochen hat. Eine genaue Be-schreibung des Buches liefert Placidus Sprenger Seite 70-72. Nach Georg Erlinger's Tode, überdessen Wirksamkeit Joseph Heller im „Leben GeorgErlinger's Bamberg 1837.8. neue Ausschlüsse giebt,kam seine mit neuen Typen versehene Druckerei anden sürstbischöslichen Hof. Im alten Schlosse wurdeeine ofsicielle Werkstatt errichtet nnd Hanns Müllnererscheint von 1544-1555 als erster Hoftuchdrucker.Seiue Nachfolger waren: Hanns Hetzer von 1556-1576; HannS Wagner von 1577-1581; AntonHoritzvon 1581-1621. Von nun an hat keiner der Bam-berger Drncker durch bedeutendere Leistungen sichausgezeichnet. -Man vergleiche Placidus Sprenger ,älteste Buchdruckergeschichte von Bamberg bis 1534,Nürnberg , 1800. in 4. und Joachim Heinrich Jaccksbibliographische Schriften.