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Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
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Eltu»)l oder Ellseld. Nicolnus Ucchtcrmiinzc.

zu haben: dahin deutet nämlich die große Ueberein-stimmung der beiderseitigen Typen.

Da Eöln als Hanseestadt in sehr engem Verkehremit -Antwerpen, Brügge, Deventer , Zwoll undandern niederländischen Städten sich besand, so istes nicht zu verwundern, daß, wie im Handel undGewerbe, so auch in der Literatur und Kunst derniederrbeinische Einfluß von (5öln ans sichtbar wird.Hier erschien ebenfalls, da die Büchercensur fasteben so alt ist, alö der Bücherdruck, das erste Buchmit beigedruckter Erlaubniß der Behörde (d. h. derUniversität Eöln ). Es ist dies:lUilhrlmi opis-ropi Augduinnsis summa dc Virtutibus. Colon.Conrnd dc Homborch" 1479. Fol.

lluter den Eölner Typographen des XVI. Jahr-hunderts verdienen außer der immer uoch thäligenQuentell'schen Ofsicin eine besondere Erwähnung:Manin von Werden (<l<- VVerileii^), Corneliusde Zvrickzee, Johann Landen, Erispin PassäuS,Johann Ianson, Heinrich von Neus (<Ie I^usslaund <I« I^ove«!-!), Hermann Bnmgart de Ketttvich,

Franz Bickmann, Eucharius Hirtzhorn sCervicor-uns), Nieolaus Kaiser (^svsar), Courad Burger,Johann Heiland (Sotor), Hero Fuchs (.-Uonecius),Johann Kempen , Hans Prael, Johann Dorst,Caspar (JaSpar) Geunep, Melchior von Neus(?>sovesi!ln»s) und Johannes Gymnich (vvmiucu«),dessen zahlreichen Werken sowol der Vater der Bi-bliographie, Conrav Gesner aus Zürich , psndecwe1c>t. 237 ssjsj. als ^I-littiuie, ^nn. t)j>o>;r. II., 585.eine ausführlichere Beurtheilung gewidmet haben.In neuester Zeit haben ein Joseph Dümont-Schau-berg, I. Bachem, F. I. H. Greven , Büschler undTietz, Franz Xaver Schlösser, Gobel, und ganzbesonders Peter Schmitz, welcher mit der Buch-druckerei eine Schriftgießerei verbindet, den hohenNnhm ihrer Vaterstadt wieder aufzufrischen ge-strebt.

Die in der Jncunabelnkunde so viel Aufmerk-samkeit erregenden schönen Drucke mit der sonder-baren, in dem nachstehenden Facsimile vergegen-wärtigten Form desN",

Aiiu keciti^eus czuicucD auclie^itieoricle^^ilzi. ^ut-sucZ 2-^. l^uis A-u<Z.ituru5 er-ecjeret Aizt-a^Ärn:^ tai-a ^c^at-eb ^1ium czu.e Pepet-id ei l^m 5enl.d^euitiFi?pueri^a^kÄat'UZe^.?eci't(K a^aiiArnZ-ra.ti>

Eltwyl oder CllfelS.

1 4 6 7.

die srüherhin fast allgemein dem Johann Mentelin Straßbnrg zugeschrieben wurden, halten neuereBibliographen, darunter auch Ebcrt, für Erzeng-nisse einer unbekannten Kölner Presse.

Eöln hat in der Geschichte der Buchdruckerkuustdas eigenthümliche Schicksal, einer Menge eroti-scher, sotadischer und religiös- und politisch-ver-dächtiger Schriften, welche das Licht der Wahrheitscheuten, wider seinen Willen den Namen geliehenzn haben. Wer kennt nicht jene Erzeugnisse mit dempseudoni'men DruckortciColonnc, chcz PierreMartcau?" welcher bei Büchern in deutscher Sprache nicht selten inDeutschland bei PeterHammer" umgewandelt worden ist? Ueber Eölnsälteste Topographie siehe H. Lempertz, Beiträge zurGeschichte der Buchdruck- und Holzschneidekunst,Eöln 1839. 4.

Dieses kleine Städtchen im Nheingan, dreiStunden unterhalb Mainz, gehört nebst Mainz ,Bambcrg und Eöln zn den vier ersten Orten inDeutschland , wo die herrliche Kunst geübt wurde.Gutenberg war im Jahre 1465 in die Hofrienstedes Erzbischofs Adolph von Nassau getreten, wel-cher seine Residenz von Mainz nach Eltwill verlegthatte. Hier druckte der Mainzer Patrizier Nico-lauS Bcchtermünze, ein Verwandter Gutcnberg'S/dem Letzterer seinen Druckapparat käuflich über-lassen hatte, im Jahre 1467 dasVokabulariumlatiiioteutonicum" mit den Typen desCatho-licon", welches Werk einen so allgemeinen Beifallfand, daß es schon 1469 wiederholt werden mußte.