aincr. — John»» Schiiscker.
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Am 12. März 1472 und am 19. December 1477 lie-ferte derselbe Drucker, der sich mit Wicgand Sphetz(Spieß) von Orthenberg verbunden hatte, nochzwei Auflagen des nämlichen Buches mit einer vonden ersten Ausgaben verschiedenen, jedoch ahnlichenSchrift. Noch kennt man zwei kleine von Bcchter-münze ohne Angabe deö Jahres gedruckte Werke,welche jetzt eine Zierde der königlichen Bibliothekzu Paris ausmachen: „Tractatus rntionis et con-sciencic de sumvcione uabuli salutiferi corporisDom. n. Jesu christi" und „S. Thomae dc<A>suino s»»n»a de articnlis fidei ct ccctesiaesacramentis." Veire in Quartformat und inlangen Linien, ersteres mit den Typen des „Vom-bularium er quo" von 1467, letzteres mit jenender AnSgabe von 1472 ausgeführt.
Günt h er Z a i ii e r,
von 1468 bis 1475.
Was Cöln in Hinsicht geistiger und industriellerEntwickelung für Niederdentschland nnd die Nhein-gegend, das war Augsburg für Oberdeutschland.Hier war im späteren Mittelalter der Sitz des Han-dels, der Wissenschaft und Kunst, und nur Nürn-berg vermochte der alten Augusta deu Rang streitigzu machen. Der erste Buchdrucker, der in Augs-burg erscheint, ist Günther Zaincr (auch EinthcrZevner oder Zeincr) aus Rentlingen, wahrschein-lich Schüler oder GeHülse Fust's und Schöffer'S,aus dessen Presse als erstes zu Augsburg gedrucktesBuch:
S. Ponaventurae meditationes rite domininostri Jesu Christi , 1463. 71 Blättermit 35 Zeilen in Folio,hervorgegangen ist. Unter den vielen trefflichenWerken seiner Officin hat „das guldilr lpicl"(1472) eine historische Merkwürdigkeit erlangt, weildieser Druck die früheste Nachricht von dem Ur-sprünge der Spielkarten enthält. Tit. V. heißt csnämlich: „Aun ist das spil vol vntrcw. im als
ich gelesen hair so ist cs Komen in tcntschland derersten in dem zur da man zalt »>on erist geburttausend dreihundert i»r." Ebenso verdanken wirihm zwischen 1470 uud 1472 die erste Ausgabe eiueSBucheS, welches nebst der Bibel unstreitig am häu-figsten gedruckt worden ist, der unter dem Namendes h. ThomaS a Kcmpis allbekannten „Tlach-folguug Christi." Dessen frühester Titel war:„Fibellus ronsolatorius ad instruetionem deva-tur. ruius urimum cnvitnlum cst de iniitationeChristi." Fol. Als Verfasser ist in der Scbluß-schrist genannt: „Thomas, inontis S. Agnetis inTrajccto regularis canonicus."Güuther Zainer's Hauptwerk ist:
Joannis dc Aalbis de Janua summa imaevoeatur Catholicon,welches im April 1469 erschien und den Gnten-berg'schen Drnck deS nämlichen Bnches an Schön-heit übertrifft und demselben an Seltenheit beinahegleich steht. Ihm gebührt der Ruhm, iu seinemIsiclorus in Deutschland zuerst (1472) die römischeType (^iiti^u-l) eingeführt zn haben, statt der vorihm allgemein üblichen gothischen oder Mönchs-schrift oder Missallypc. Doch waren ihm hierinschon die in Italien arbeitenden Trucker mit ihremBeispiele vorangegangen.
Io h a n n Schüßler,
von 1470 bis 1472.
Günther'» Zaincr zunächst steht Joh. Schüßler,der die erste Ausgabe von des jüdischen Gcschicbt-schreiberS „Flavius Josevhns, antiquitat. .judai-rar. lid. XX. et de bello ^udaico lidri VII. 1470."Zusammen 237 Blätter in zwei Columnen nüt50 Zeilen lieferte. Sein letztes Buch war „Iaeobidc Thernmo consointio vecratornm VI. Tlon.1472." Nach seinem in dem näinlicl'en Jahreersolgten Tode kanstc das Neichsstift St. Ulrichund Afra seine Druckerei (fünf Pressen für 73 rhei-nische Gulden) und gab unter dem gelehrten AbtMelchior von Stainham (Stcinheim) „IaeobiJanuensis, Compendium moralc"? „AntoniiNamvigotlis, Nepertorium Uililir"; „Sermones