hinterlassen haben, wie z. B. der „Fürsprech"(Advocat) Jodocus Pftauzmann; Johann Wiener„Vuilleriin postilla 1475" nnd „ Gritsch, Gua-drngcsimale 1477"; Johann Ketter „Vocabula-rius rermn", dessen eigenthümliche Typenforninachstehendes Facsimile vergegenwärtigt:
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Ainbrosius Kelter „Aristotelis phnsica 1479."Bemerkenswerth ist, daß dieser Drucker stets nebendem großen Anfangsbuchstaben einige Zeilen mitVersallettern beigedruckt hat. Eiue Probe davongab Zapf S. 53. Hermann Käßlin (1481-1434);Johannes Vlaubirer „Eusebii Historie vom großenAlexander 1478" (1481); Anna Nügerin „Spc-rulum Saronicum 1482" nebst ihrem GemahleThomas Rüger; Johann Schobser (1488-1493);Peter Berger „Febril drr Allvater, Spiegelmenschlicher behaltnuß" (1488-1489); ChristophSchaitter „Doctrinal gemeiner lauen" (1493);Johann Forschauer (1494-1507); Lucas Zeissen-mayr (1495-1502).
Ganz besondere Aufmerksamkeit aber verdient
von 1487 bis 1516,
ein gcborncr AugSburger, welcher zuerst in Venedigvom Jahre 1475 bis 1487, und hernach in seinerVaterstadt von 1487 bis 1516 mit solcher typogra-phischer Vollkommenheit gedruckt hat, daß seineWerke allen anderen den Rang streitig machen.Sein erstes hier vollendetes Buch ist oaö „Rituale"oder „Vbsequiale" für die Augsburgische Diöcesevom Jahre 1487. Sein muthmaßlich letztes Werkist das „Constanzer Krevier" mit der Unterschrift:„Kalendarinm: Psalterium: Hymni: Previarium:Loinmune Sanctorumjurta chorum Errlcsiae Con-stantiensis. 1516."
Ratdolt gehört der Classe der „fahrenden" oder„wandernden Buchdrucker" an, welche, je nachdem
sie einen Ruf erhielten, ihren Wohnsitz bald dabald dort aufschlugen. Der Ruhm, den er inVenedig erworben, ertönte weit über die Lagunenjener adriatischcn Braut und über die Mauernseiner Vaterstadt hinaus. Er wurde in verschie-dene andere Städte, Stifter uud Klöster berufeu,um dieselben mit seinen schönen, meist durch rothenund schwarzen Druck ausgezeichneten Kirchenbüchernzu versehe». Da er seine vierzigjährige Künstler-laufbahn in Venedig begonnen uud daselbst dieherrlichsten seiner Werke hervorgebracht hat, unterdenen wir hier nur den „Apvnm" von 1477 undden „Euclid" von 1482 erwähnen, so würd beider Schilderung der Fortschritte der Typographie inItalien ausführlicher vou ihm die Rede sein.
Nebst Ratdolt ragt als Stern erster Größe ausdem fünfzehnten in das sechzehnte Jahrhunderthinüber
Hanns Schönsperger der Aeltere,
«oll 1481 bis 1523.
Seine trefflichen Leistungen wahrend einer Lauf-bahn von zwei und vierzig Jahren haben Zapf nndPanzer würdig geschildert. Wenn Nur bei dergroßen Reihe von Druckwerken den Leser daraufverweisen zu müssen glauben, heben wir nur An-fang und Ende, das „Regimen Sanitatis" von1481 und daS „Reue Testament" von 1523 hervorund machen besonders auf die Krone von Allem„ Den Theuerdanli" aufmerksam.
Dieses nie genug zu bewundernde Meisterstückder Buchdruckertunst, welches den Titel führt:„Die geuerlicheiten und eins teils der geschieh-ten des lobliche» strci)tvare» vnd hochberiimbtc»Helds l>nd Nitters Tewrdn»clchs" wurde zwarzum ersten Male im Jahre 1517 durch „HannscnSchönsperger Bürger zu Angspurg in der Kaiser-lichen stat Nürnberg" gedruckt, wohin er berufenwar, um das Werk unter den Augeu des DichtersMelchior Pfinzing zu vollende»; doch hat er eszwei Jahre später (1519) in seiner Vaterstadtunverändert wieder herausgegeben. Weniger diepoetische Ansführnng des allegorischen Nittcrgc-dichtes, dessen Hauptstoff die Abenteuer ausmachen,welche Kaiser Maximilian I. zu bestehe» hatte,