172
Alm. — <5onrnd DinKmut. — Johann Neger. — Johann Schössler.
Anfangsbuchstaben, deren erster den Uebersetzer dar-stellt, wie er dem Papste sein Buch überreicht. DieKarten und übrigen Holzschnitte sind von JohannSchnitzer aus Arnsheim gefertigt, dessen Name amobersten Rande der ersten Tafel vorkommt. DieBlattseiten sind durch Buchstaben bezeichnet. ES istzugleich das früheste Beispiel eiucs geographischenWerkes mit in Holz geschnittenen Landkarten. DieIdee zn dieser kunstreichen Ausführung scheint ihmder von Arnold Bucking, Nachfolger des ConradSweynheym, 1478 zn Rom gedruckte PtolemäuSgegeben zu haben, wo die Karten in Kupfer gesto-chen, der Tert aber mit Buchstabenstempelu, nachArt und Weise, wie die Buchbinder den Titel ausden Rücken der Bücher angeben, eingebunzt ist.Nicht minder bedeutend ist sein „Luch der me>)ß-hrit" von 1483 uud „Die guldiil Pull" von 1484.
Conrad Dlnckmut,
von 1483 bis 1492,
druckte, wie Haus Zainer, meist nur in deutscherSprache. Wir nennen nur sein „Artz neu buch"von 1482 in Folio. Heinrich Steinhöwel „von derPestilenz" von gleichem Jahre, das „pleimri" von1483 in Folio, die „Suina Johannis" von 1484.ThomaS Lircr'S Chronik von 1486, die deutsche Übersetzung dcö „Eunuchs des Poet Thcrcncins"von 1486 uud das „Zeitglöckleiir des Febens undLeidens Christi" von 1493.
I oha n ii Reg e r,
von 1486 bis 1499.
Seine Hauptwerke sind die auf Kosten des edlenBcnetianerS ZustuS de Aibano veranstalteten zweitenAusgaben der CoSmographie deö PtolemanS vomJahre 1486 in gr. Folio; Initialen uud Holzschnittesind die nämlichen, wie bei Leonhard Hol; dieSchriften dcö Wilhelm Caornsin über Nhodus; die„<Lnro»»mcill Aristotclis" (1490); „Tenorsriiternitatis dc mcmoria mortis" (1491) uud„Almanach nomi vlurimis »nnis vcnturis inser-vicntia" von 1499; die „Walltnrt oder Uilgerungvnser Übe» srawcn" (1487 in Quart).
Johann Schaff! er,
von 1493 bis 1498,
auch Hans Schaffler, drnckte anfanglich zu Ulm ,begab sich spater nach Freisingcn uud kehrte gegenEnde dcö sünfzehnten Jahrhunderts wieder in seineVaterstadt zurück, wo er die Kunst fortsetzte. Ergehört zu den „ fahrenden Buchdruckern " und manhat nur wenige Bücher, die unter seinem Namenerschienen sind.
In Deutschland hat Ulm nach AugSburg imfüufzchnten Jahrhunderte die meisten Wiegendruckegeliefert. Ihre Zahl steigt auf 136, worunter 86datirt sind. Fast die Halste der sämmtlichen Ulmer Jncnnäbeln fallen dem fleißigen Johann Zaincranheim. Doch dürfte außerdem noch manches typo-graphische Erzengniß, dem die Angabe des Druck-ortes fehlt, den Ulmer Pressen zuzuschreiben sein.Jedoch ist die überaus selteue Originalausgabevon Wolfram von Eschenbach's „pnrcival" und„Tnturell", beide ohne Angabe deö Ortes undDruckers vom Jahre 1477 in Folio, welche manlange Zeit hindurch sür ein Werk Johann Zaiuer'sgehalten, nach den neuern Forschungen als einErzengniß der Mentel'schcn Ossicin anerkannt. DieTypen sind die nämlichcn, womit dieser Straß-burger Künstler das „Sveculum Historiale nntu-rale" uud „morale" deö Vincenz von Veauvaisim Jahre 1473 ausgeführt und womit er auch„Isidori Etninol. Lili. XX." ohne Anzeige desJahres gedruckt hat. Von späteren Druckern ver-dienen noch genannt zu werden: Hanö Varnier,ans Frankreich, Oswald Gumpenbach von Tübin-gen, Paul Hicbuer von Dillingen , Joh. Ant. Ulhard,Johann Sebastian und Michael Meder, BalthasarKühu (Lunaeus) aus Erfurt , Elias Kühn, DauielSüß, Matthäus uud Christian Ulrich Wagner.
Wenn die Verdienste der für die Iucunabeln-knnde so wichtigen Stadt Ulm hier nur in allge-meinen Zügen geschildert worden, so mag ein Grundznr Entschuldigung darin liegen, daß Dr. KonradDietrich Haßler , Professor am zweiten Gymnasiumdaselbst „die Geschichte der Buchdruckerkuust zu Ulm mit neuen Beiträgen znr Culturgeschichte, demFacsimile eines der ältesten und merkwürdigsten