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Drucke und vielen artistischen Beilagen" in einerbesonderen Jubelschrist gleichzeitig mit unseremWerke herausgiebt und dieselbe bis auf die neuesteZeit herabsührt.
Cßlingen.
1 4 7 3.Conrad F y n e r,
von 1473 bis 1481,
auch Feyner aus Gerhausen, ist der erste und einzigeBuchdrucker, welcher im fünfzehnten Jahrhundertedie neue Kunst in Eßlingen ausgeübt hat. Seinfrühestes Druckwerk ist:
Tractatus rompendiosus per modnm dim-
logi etc. Am Schlüsse.- Anno 1.XX3.
in O-nart.
Noch im nämlichen Jahre liescrte er JohannisGcrson „ «Lollectorium super FNagnificat" undim daraus folgenden „Thomas de Aquino inJob", in Folio. Ihm gebührt der Ruhm, dererste gewesen zu seiu, der in seiner Officin hebräischeTypen und damit daS ganze Alphabet, auch woleinzelne Stellen aus den Papieren abdruckte, worinder Dominikanermönch Peter Schwarz (>kiger)die Juden zu widerlegen versncht hatte, zumalin dessen „Tractatus contra pcrfidos Judaeos"(1475 Folio) uud in der erweiterte» Bearbeitung„Auch welichs wirt gcnöt der stcrn meschiah"1477 in Quart.
Eine Vorstellung dieser ersten hebräischen Typemag nachstehendes Facsimile geben.
Da aber von ein Paar Worten bis zu einem ganzenBuche ein großer Abstand ist (nur die beiden erstenWorte der „Genesis" und das „hebräische Alphabet"sind mit hebräischen Typen gedruckt, alle übrigenvorkommenden hebräischen Redensarten aber mitlateinischen), so gebühret nicht Deutschlaud, sondernItalien die Ehre des ersten hebräischen Druckes,
nämlich „S'aloinonis Jarehi Comment, in Penta-tenchum, Neg. Calabr. die IV.Ador 5235" (1475)kl. Fol. Ebenso ist seine Ausgabe von Jo. Gerson'S„CoUectorium super magnificat" das erste Buchnach dem Psalter von 1457, welches mit Typengedruckte musikalische Noten enthält. Von Eßlingen ging Fyner nach Urach im Würtembergischen, woer 1481 daS „Plcimri nach (Ordnung der heiligenrristlicheir Kirchen" in kl. Fol. druckte. Er nenntsich selbst in den Schlnßschriftcn,' „discretus etindustrius vir Conradus Fyner d'gerhusscii artisimprcssorie Magister." Johannes Hug von Göp-pingen, welcher am Schlüsse des mit Fyuer'schenTypen ohne Angabe deS Jahres gedruckten „<Quod-libetum stiituum humanorum" deö Karthäuscr-mönchS Jacobns de Clusa von Erfurt vorkommt,scheint sein Corrector gewesen zu sein.
La «gingen.
1 4 7 3.
Unter den ersten Wiegenstavten der neuen Knustin Deutschland nimmt die kleine Stadt Laugingen inVaiern eine der vordersten Stellen ein; denn schonim Jahre 1473 wurde hier des h. Augnstinus Werk„dc consensu Evangelistorum" in Folio, obgleichohne Angabe deS Künstlers gedruckt. Der Namedes Letzteren ist nicht bekannt geworden. AllemVermuthen nach hat ein „ fahrender Bnchdrncker"hier das Werk ans Bestellung eines Bürgers odersonst auf irgend eine Veranlassung hervorgebracht,denn bald darauf verschwand Laugingen aus derReihe der druckthätigeu Städte und hat selbst inneuester Zeit sein altes Anrecht nicht wieder geltendzn inachen gesucht.