176 N^u^ucrn. — Tricnt. — Fiibeck. — Lucas Prandis. — Uarthotomnus Ghota».
Die wichtigsten historischen Momente dieser laug-bewahrtcu Anstalt findet man in einer besonderenMonographie: „Geschichte der seit 300 Jahren inBreSlau befindlichen Stadtbnchdnickerci zc. Breslau 1804. 4." zusammengestellt.
Blanb enern.
14 7 5.
Ein kleines Stadtchen im Donankrcise desKönigreichs Würtemberg, hat schon im Jahre 1475eine Officin auszuweisen, deren erstes Erzeugnis?:Vb ein mii sey zu ncme ein clich und odernit? mccectrrv, in 4.von 144 Blättern am Schlüsse „ Conradus Manezzn Blaubürren" als Drucker nennt. — Es scheintLetzterer zu den wandernden Zuustgeuossen gehörtund überhaupt wenig gedruckt zu haben.
T r i e n t.
1 4 7 5.
Diese zwar alte, aber erst durch das Conciliumvon 1545-1563 berühmt gewordene Stadt in Tyrol,gehört nebst Blanbeucrn zu denjenigen Ortschaftenunseres Vaterlandes, wo die junge Kuust zwar sehrfrühzeitig eine Aufnahme, aber wegen Mangel anUnterstützung keine bleibende Statte gefuudeu hat.
Die „Geschichte des z» Trient ermordetenChristenliindes" in Folio, der erste Trienter Druck,wurde 1475 von Albertus Duderstat von dem Eiks-velt (wol Niemand anders als „ Albert Kune vonDuderstadt", welcher später in Memmingcn druckte)ausgeführt. Als spatere Drucker kennt man Her-mann Schindcleip und Joh. Leonhard Lang (LongnSund Longo), doch haben sie nur uubedeuteude Werkeüber den h. Knaben Simon geliefert.
Bemerkt zu werden verdient, daß in Trient daserste italienische Lustspiel:
1,a Latinm, Comecli» do Sicco ?ollc>ntous,1482. in 4.
mit römischen Typen (Antigna) erschienen ist.
Lnb e ck.
14 7 5.
Lucas Brandts,
von 1475 bis 1499.
In Norddcutschland ist die alte ehrwürdige Han-seestadt Lübeck derjenige Platz, wo die typographischeKunst zuerst Wurzel sasite und sich bald darauf, einmachtiger Baum, langS der Nordsee ausbreiteteund besonders in ihren Schwestcrstadtcn eine that-kraftige Pflege fand. Das erste von Lucas Brandis mit dem Zunamen „ <le Sebsss" im Jahre 1475 hiergedruckte Buch:
Epithoma Historiarum ac Chronicarumdictum: Nudimentum Aoviriorum, ingr. Folio,
kann in der That ein wahres Prachtwerk genanntund als Beispiel angeführt werden, was die typo-graphische Kunst schon in jener frühen Periode zuleisten vermochte. Das 460 Blatter starke Werk istmit einer großen und schönen gothischen Type inzwei Columnen, aber, wie alle alten Drucke, ohneSignatur, Custodcn nnd Vlattzahl ausgeführt undmit für jene Zeit trefflichen Holzschnitten geziert.
In Lübeck wurde vou einem jetzt noch unbekann-ten Drucker die erste Ausgabe des niederdeutschen„NcinecKc!>e Voß" im Jahre 149S gedruckt, vonwelchem das einzige für jetzt bekannte Eremplar inder Bibliothek zn Wolfenbüttel verwahrt wird. Mansehe hierüber Flögel's Geschichte der komischen Lite-ratur III. 53; Scheller'S sassische Bücherkunde, Seite140; I. Grimm's Reinhart Fuchs, 1834, Seite 177;Deecke, Nachrichten von den im fünfzehnten Jahr-hundert zn Lübeck gedruckten niedersachflschen Bü-chern, 1834, Seite 24.
Nach BrandiS zeichnete sich sein Zeit- undZunftgenosse
von 1480 bis 1492,
vorzüglich aus, welcher in Gemeinschaft mit ihm das„Missale ecclesie FNagdeburgensis" im Jahre1430. in Folio und spater die „Nrvelationcs rele-stes S. Brigitte de Swcciir" 1492. in Folio, sowiemehreres Andere für sich allein ausgeführt hat.