Druckschrift 
Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
Seite
175
Einzelbild herunterladen
 

Kreslnu. C. Uaumgarthen. A. Dyon. <L. Lybisch. A. Lvinnler.

175

ist der erste Breslauer Druck. Alö der zweite, bisjetzt ebenfalls unbekannte, dürste dessen kleineresWerkchen:

I. Verson, tractatulns bonns dc modovivendi omnium sidelinm. s. a. 4. achtBlatter (das achte weiß) mit 23 Zeilen,

zu betrachten sein. Vergl. Schles. Provinz. Blatter

1322. liter. Beil. S. 257.

Conrad Baumgarthen,

von 1503 bis 1504,

geboren zu Notheuburg oder Rothenberg, druckteschon 1503 zu Ollmütz in Mahren, kam dann nachBreSlan, wo er

Carmen elegiacum Faur. Corvini Novofo-rensis de Apolline ct novcm Musis,1503. Sinismundi Fagiluei (IZuell-^valll) ertemvornlitates. 1503. undlegeda der heiligsten /rinuen Smidt Scd-lvigis. 1504. in Folio,herausgab, sein Geschäft aber spater 1507 zn Frank-furt a. O. und von 1514 an zu Leipzig fortsetzte.

Adam Dyon ,

von 1518 bis 1531.

Der ebenfalls, wie Conrad Vaumgarthcn, zudenreisenden Buchdruckern" gehört, hatte schonseit 1512 zu Nürnberg seine Laufbahn begonnen undspater in BreSlau 13 Jahre hindurch mit großerThätigkeit fortgesetzt. Im Jahre 1534 erscheint seineFrau als Druckerin.

Caspar Lybisch,

von 1520 bis 1540.

Zn seinen in der Geschichte der seit 300 Jahrenin Breslau befindlichen Stadtbuchdruckerei, BreSlau 1804. 4." angeführten Drucke», mag hier als Nach-trag die

Auflegung und grundt des 61. 62. und 63.Artikels Mr. Fnnngli von dem Prie-sterthunib. Preslaw, 1524. 4.

wovon die Leipziger Universitätsbibliothek ein Exem-plar besitzt, hier eine Stelle finden.

Andreas Winglcr,

von 1538 bis 1555,

anch Winklcr uud Vingler, ans dem Dorfe Winkelbei EiSlcben, ein gelehrter Buchdrucker, welcher aufder Universität Krakan studirt hatte, 1535 zu Wit-tenberg Magister geworden war uud von 1525bis 1569 das Amt eines Nectorö zn St. Elisabethbekleidet hat, übte die Kunst mit ächt wissenschaft-lichem Sinne. Er bediente sich zuerst der lateiuischeuCursivschrist des AlduS und führte am frühestengriechische Lettern ein.

Auf ihn folgten in dem schönen Berufe Crispi-nus Scharfsenberg (1553-1576), nebst dessen SohneJohann Scharfsenberg (1577-1586), wahrscheinlichAbkömmlinge der bekannten Krakauer Typographengleiches Namens, Georg Vanmann, Bater nndSohn, Carl Wilhelm Graß, welcher die Druckerei1743 von den Banmann'schen Erben übernahm nndbis 1756 fortsetzte. Nach dessen Tode trat sein Bru-der Friedrich Siegmnnd Graß an die Spitze desGeschäftes, bis auch ihn der Tod 1783 abrief. Vondessen Wittwe erkaufte Joh. Aug. Barth, geborenzu Königswarthc bei Bautze», im Jahre 1793 dieOfficin und vereinigte 1799 damit die Druckerei derkatholischen Leopoldsuniversität. Den glänzendsten5 Beweis, was er zu leisten vermöge, hat er durchdas Prachtwcrk:

?ae!« anuis 1814 et 1815 soeclei-ati? arm!»

restitutae moiiuineutum, etc. (1318. gr.

Folio ),

welches Siegcshymnen in 42 orientalischen und occi-dentalischen Sprachen enthält, sowie durch mehrereandere Schöudrncke geliefert, deren Auszählung derNanm dieser Blätter verbietet. Mit ihm wetteifernjetzt im Schriftgießen ein Sulzbach, Wohlfarth uudZetzschmann; in der Knnst zu drucken aber Freund,Friedländcr, Bremer nnd Minuth, Fritsch, Korn,Kupfer, Richter, Sclower, und Snlzbach, reichan orientalischen, besonders hebräischen Schriften.Graß, Barth K Comp. haben eine Schnellpresse.