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Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
Seite
182
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182 Leipzig . N. Wolnib. A. Gnubisch. E. Vögelin. I. Stcinmann. A. Lamberg.

der Kriechen mitzutheilen begann, in Deutschland aber, wenn griechische Worte in einem gedrucktenBuche vorkamen, diese durch die Haud eines Schrei-bers ausgefüllt werden mußten, zur allgemeinenVerbreitung jeuer Literatur uicht wenig beige-tragen hat.

NicolanS Wolrab,

von 1539 bis 1542,

hat sich mehr durch seine Eontroversschriften gegenLnlber, aiö durch seine 1541. Heransgegebene Bibeloder andere Werke einen Namen gemacht, sowiedenn auch

Urban Gau bisch,

von 1551 bis 1555,

ein Augnstinermöiick', mehr wegen seines romanti-schen Zusaunueutreffeus mit jenein großen Refor-mator, welcher den entsprungenen Klosterbrudermit sich uach Leipzig genommen und bei dem Buch-drucker Jakob Berwald iu die Lehre gethan hatte,wegen seiner besonderen Schicksale uud des llmstan-des, daß er Luther's Tischreden zuerst herausgab,merkwürdig, als wegen anderer Vorzüge seinerKunst ausgezeichnet ist. Ebenso werden anch sei» obengenannter Lehrer, Jakob Berwald von 1539-1570,Valentin Papa von 1541-1589, Wolfgang Güntherans DippoldiSwalda um 1559, Georg Hantsch von1552-1565, AndrcaS Schneider von 1558-1574,und Jobann Nhamba auö Burtehude nur, nm dieReihe der Leipziger Drucker nicht unvollständig zulassen, hier namentlich aufgeführt.

Als ein Stern erster Größe aber glänzte amtopographischen Horizonte seiner Zeit in unseremVaterlande

E r n st VögcIi n,

von 1559 bis 1578,

aus Eonstanz. Er war 1528 geboren, stndirte zuLeipzig nm 1550, ward 1552 Bacealaurens derPhilosophie, 1554 Magister nnd 1555 Liccntiat derTheologie. Wahrscheinlich hat seine im Jahre 1557

erfolgte Berheirathnng mit der Tochter dcS ver-dienten Leipziger Typographen Valentin Papa ihnveranlaßt, sich von 1559 an ganz dem Geschäfteseines Schwiegervaters zn widmen, welchen sowiealle seine deutschen Zeitgenossen er sehr bald ver-dunkelte. Er kann sowol in Bezug auf Correcthcitals technische Nollcuduug seiner Werke mit Rechtder deutsche Aldus geuauut werden. Statt allerBeispiele sei es vergönnt, nur die von RichardEneliuS besorgte Ausgabe des Jsokrates von 1567,nnd die von Camerarins erläuterten kroMmn-ism-tt-ides AphthoninS von 1570 namhaft zn machen.Was Amcrbach für Erasmns, war Vögelin fürEamerarius. Seine Drucke sind den Leistungeneines Ginnta, GryphiuS , Plantin und Elzevir andie Seite zu stellen. Außer der Druckerei hatteer auch einen Buchhandel errichtet, starb jedoch,nachdem er 1578 sich aus Furcht, gleich sciuem mitihm in die krypto-calvimstischen Streitigkeiten ver-wickelten Freunde Andreas Frci'hnb, eingekerkertzu werden, nach Heidelberg geflüchtet, im Jahre1590 daselbst, ohne anderes Vermögen als seinGeschäft, welches seine Söhne, Gotthard, Philippund Valentin, noch lange fortsetzten, zu hinter-lassen.

I o h a n li Stci n m cr n n,

von 1561 bis 1588,

druckte anfänglich mit Vögclin's Typen, legtealsdann 1573 eine eigene Werkstatt an, konnteaber eben so wenig als seine Zeitgenossen AndreasRichter, Johann Beyer, Georg Dcfner, Zacha-rias Berwald und Michael Lantzenbcrg mit ErnstVögelin, ja nicht einmal mit dessen ältestem Sohnein die Schranken treten. Der Einzige, der hiereiner besonderen Erwähnuug verdieut, ist

Abraham Lamberg,

von 1587 bis 1629.

Im Jahre 1558 zu Leipzig geboren und nachsorgfältiger häuslicher Erziehung in der Schulpfortewissenschaftlich gebildet, trat er bei Berwald in die