Druckschrift 
Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
Seite
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Leipzig . M. Fandsberg. M. Stocket. M. Lotther. I. Thanucr. V. Schumann. 181

zum wiederholten Male. Um das Jahr 1495 hater sich der Pest wegen nach Freibcrg gewendet nnddort die erste Officin eingerichtet.

Martin Landsberg,

von 1490 bis 1512,

ans Würzburg , der sich selbst häufig nur AlartimisHerbipolensis nennt, gehört zu den gelehrten Typo-graphen seiner Zeit und war in Ausübung seinerKunst vorzüglich für die Verbreitung der classischenLiteratur, vor allem Anderen aber des Aristotelesthatig. Sein erster Drnck soll des Johannes vonValz oder Paltzhümnetisch Funtgrub" von 1490gewesen sein. Spater hat er sich zu Halle an derSaale niedergelassen. °

Wenn wir Georg Wehrmann, Gregor Böttgcrund Arnold von Cöln, von welchem Ersteren wirkaum etwas mehr als den Namen, von den beidenLetzteren aber nur einige Schulbücher keimen, hierübergehen, so tritt uns

Wolfgang Stocke!,

von 1495 bis 1519,

auch Stöcklin und Molitor, aus München entgegen,ein Erfurter Baccalaurcus, welcher an Grösie undPracht seiner Leistungen mir wenigen der deutschenZnnftgenossen seiner Zeit nachstand, weshalb ihnHerzog Georg der Bartige , nachdem er einige Zeithindurch seine Kunst auch an der neu begründetenHochschule zu Witteuberg ausgeübt hatte, im Jahre1519 als Hosbuchdrucker nach Dresden berief. SeineLeistungen hat der gelehrte Nector Moller zu Frei-berg 1726 in einem Programme über die dasigeBibliothek bekannt gemacht.

Melchior Lotther,

voll 1497 bis 1518.

Ein Zeitgenosse und Nebenbuhler Stöckel's gabseinem Vorgänger an Unternehmnngsgcist und Cor-rcctheit der Ausführung wenig nach. Er hat durch

den Druck von Luther'S Schriften, den er von1518 bis 1524 in Wittenberg mit Vorliebe betrieb,wesentlich znr schnelleren Verbreitung der Refor-mation beigetragen. Im Jahre 1525 zog er mitseinem Bruder Michael Lotther, der ihm tren bei-gestanden, nach der über Beide anSgebrochencnUngnade des Kurfürsten Johann wieder nach Leipzig zurück, wo er sein Geschäft noch gegen zehn Jahrebetrieben haben soll. Sein Bruder Michael begabsich 1529 nach Magdeburg . Ucberdies gebührt ihmder Nnhm, in den Leipziger Offieincn die römischenLettern eingeführt und der Erste in seinen Druckenangewendet zn habe», indem er sich der damalsüblichen gothischen Schrift nur noch bei deutschenWerken bediente. Auch machte er sich in des hei-ligen Bernard von Clairvanr Homilicn, welche ernach einem schönen Manuskripte der AltzcllischcnBibliothek 1516 herausgab, schou um den N oten-druck verdient. Als sein Meisterstück kann dasVi->t!cum von 1502, eine Art Missale mit doppel-tem Psalter und dem Leben der Heiligen, betrachtetwerden.

Jakob Thanner,

von 1498 bis 1528,

von Würzbnrg, der sich selbst hier und da auchJacolms Abiegnus nannte, hat besonders durchgute Schulausgaben der Classiker, wie des Virgil,Florus, Ovid, Lucian, Plautus u. a. für die Ver-breitung der classischen Literatur uuter der studi-rendcn Jugend gewirkt.

Melchior Bärnius uud Courad Baumgarten,als mindcrbedentend, übergehen wir, um

Valentin Schumann,

von 1515 bis 1535,

schon ans dem Grunde mit gebührender Achtung zunennen, weil er in der durch den gelehrten BritenRichard CrocuS besorgten Grammatik des Theodorvon Gaza 1516 Leipzigs ersten griechischen Druckgeliefert nnd spater zn einer Zeit, wo der gelehrteAldus Mauntius von Venedig aus die Meisterwerke