Druckschrift 
Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
Seite
180
Einzelbild herunterladen
 

180 Leipzig . A. Frisncr. M. ZZrand'. M. Urnndis. L. Aachelofrn.

ihnen an die Seite gesetzt zu werden verdienen, dieFrucht ihrer Bemühungen sein ließen. Aber nichtmir durch inneren Werth, sondern auch durchäußere Schönheit konnten jene Wiegendrucke mitallen anderen, welche damals in Deutschland her-auskamen, nm den Vorrang streiten. Nächst derWahl des Inhalts wnrde bei den Büchern auch derEorrcctheit derselben eine besondere Aufmerksamkeitgewidmet. Lehrer der Hochschule und akademischeBürger übten das ehrenvolle Amt der Typographenund gelehrte knnstverwandte Männer waren Cor-rcctoren. Der erste, welcher die Buchdruckcrkunstin Leipzig cinsührtc, war

Andreas F r i s n e r,

14 8 1,

auch Frießner, aus Wunsiedel im Fichtclgebirge,eiu Maun von großer Belescnheit, welcher schon1473 bei Johann Sensenschmid in Nürnberg alsEorrector, nicht nur des Druckes selbst, sondernhauptsachlich auch der fehlerhaften Lesarten derManuscripte gewirkt und späterhin in Bereinigungmit demselben manches treffliche Werk geliefert hat,kehrte 1479 nach Leipzig , den Ort seiner Studien,zurück und wirkte drei Jahre als Privatdocent undspäter als öffentlicher Lehrer der Theologie, inwelcher Eigenschaft er im Jahre 1482 daS Amt einesKeetvr M!>i;»ikr!»» verwaltete. Kann man gleichwolkein Buch anführen, welches unter seinem Namenaus seiner von Nürnberg mitgenommenen Pressehervorgegangen ist, so dürfte doch der älteste bisjetzt bekannte datirtc Leipziger Druck: IonnnisAnii (X!>»»i-;) VitcrbicnsisGlosa sup Apo-caliipsim d' vtnlu ecclic Ab ano salutis piiti sczmcccclrrr^ vsqz ad sine müdi Et dc pclaro icgtosisso triüpho rpi,»ör2z tcc. Impressum lipczkmceeclrrr.j." in klein 4., Niemanden Anderem alsFriöner zuzuschreiben sein, von dem man weiß, daßer nach seinem 1^04 zu Rom erfolgten Tode denganzen Druckapparat testamentarisch dein Prcdigcr-conventc in Leipzig vermachte. Diese Vermuthungwird durch den Unistand bestärkt, daß bis 1484 hierkein anderer Buchdrucker vorkommt. In dem er-wähnten Jahre aber trat

M a r c u s B r a n d',

1 4 8 4,

auch Braudis oder Brander, mit demVctula-rius" oderRegimen sanitatis" des Erzbischofsvon Prag auf, dem einzigen Buche aus seinerOfficin, das bis jetzt bekannt geworden. Er wirdvon Einigen mit

Moritz Brandts,

von 1433 bis 1493,

nicht nur verwechselt, sondern für eine und dieselbePerson gehalten, weil Brand mit einem Apostrophebenso gut Brander als Brandis heißen könne.Maittaire schreibt ihm unter andern auch desPriami Capotii Siculi Filnvactani Frideri-reis", das bekannte Heldengedicht auf den HerzogFriedrich von Sachsen, zu, und Samuel Senfs inseinenJubel- und Kirchengeschichtcn des AmtesStölpen, Bautzen , 1718. 8." Seite 24 berichtet, inder Bibliothek zu Stolpcn ein aus alten Schriftenzusammengetragenes Werk des Meißner LicentiatenValentinuSde arte moriendi" gesehen zu haben,welches die Schlußschrift haben sollA. D. 1489.imprcss. per Klauricium Prandiss A^tzK." Esist demnach eher anzunehmen, daß Beide zu gleicherZeit gelebt haben, als daß ein und derselbe Druckersich bald Marcus, bald Moritz nannte.

Conrad Kachelofen,

von 1489 bis 1509,

welcher von dem Geschichtsschreibcr der Bnchdrucker-kunst in Leipzig als der erste Drucker dieser Stadtangesehen und dessen Ausgabe vonJohannesundnmnn's von Eger zMcystcr's In denn freyenKünsten zu leyptzick - Pchcde vnd hübsche Necke-nung auf allen Kausfinaiischilfft. Gedruckt Inder Fürstlichen Stath Fcipczick durch ConradüKachelofsen. Im 1489 Jarc." als der ersteLeipziger Druck bezeichnet wird, würde demnachden vierten Platz in der chronologischen Reihenfolgevon Leipzigs Typographen einnehmen. Erst aufdem Psalter von 1492 erscheint Kachelofen's Name