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di Lorcnzo dclla Magna im Jahre 1477 in 4. ge-druckt). Georg Ncyser hat noch Mehrcres mitund ohne seinen Namen gedruckt nnd zwar meistensMeßbücher. Seine Genossen aber erscheinen nichtwieder.
Urach.
C o u r a d F y u e r,
14 8 1.
Diese kleine Vergstadt und ehemalige Residenzder Herzoge von Würtemberg war einer der erstenOrte in Oberdeutschland, wo die nene Kunst sichheimisch fühlte. (5ourad Fhncr oder Feyner ausGerhausen hat das Verdienst, sie daselbst eingeführtzu haben. Nachdem er mehrere Jahre hindurch inEßlingcn gedruckt hatte, begab er sich nach Urach ,wo er unter Anderem das seltene Werk:
cinl vlcnnri nach orduung der heiligenrristlichen Kirchen in dem man gc-schrieben findet all cpiftcl und runn-gclicn ^c.
im Jahre 1481 in klein Folio herausgab, welchesstatt des Titelblattes einen Holzschnitt, Christinnam Kreuze, daneben Maria und Johannes, obendie vier Evangelisten mit ihren Sinnbildern dar-stellt. F. L. Bührlen führt in: „Stuttgart undseine Umgebungen" Seite 135 unter den ErstlingS-druckeu der königlichen öffentlichen Bibliothek daselbst
Das Luch der Piispel drr alten Weisen(soll von Herzog Eberhard im Bart selbst aus demItalienischen übersetzt worden sein) als im Jahre1480 zu Urach gedruckt au, nennt aber dabei wederden Drucker, noch die Quelle, woraus er die Notizschöpfte. Sollte wirklich schon vor Fyner eineDruckerei in Urach eristirt haben? Wahrscheinlichberuhet diese Angabe ans einem Irrthume.
Urach spielte nebst Tübingen um die Mitte deSsechszchnten Jahrhunderts in der Geschichte des sla-vischen Bücherdrnckes eine bedeutende Rolle. HansUngnad Freiherr von Sonneg ließ hier durch denbekannten Nürnberger Punzenschneider Joh. Hart-wach nnd den Schriflgießer Simon Auer eine cigeue
Offieiu mit slavischen nnd namentlich e'N'illischenSchriften anlegen, in welcher zwischen 1561 und1563 unter der Leitung des Primus Trüber, Ste-phan Consnl nnd Anton Dalmata oder DalmatinuSmehrere setzt höchst seltene Werke in kroatischer undwendischer Sprache gedruckt worden sind. Nachdem Tode jencö großmüthigen Beschützers (1564)gcrieth die Urach 'sche Druckerei iuö Stocken und dieTypen wurden von dem Kaiser Ferdinand >>>. der„Propaganda" zu Rom als Geschenk übersendet.Ein Näheres siehe weiter unten bei „Tübingen "uud in Schnurrer's Schrift: „Slavischer Bücher-druck in Würtemberg. Tübingen , Cotta, 1799.8.",wo die sämmtlichen Urachcr Drucke in slavischenSprachen verzeichnet sind.
1481.
Das jetzt als Hauptstapelplatz des deutscheuBuchhandels alle übrigen Städte des BaterlandeSweit überstrahlende Leipzig nahm die edle Knustzwar später als mauche andere weit kleinere Stadtin ihre Mancrn ans, aber nicht, wie dort so häufiggeschah, nin nach kurzer Wirksamkeit entweder znverschwinden oder zur Uubedeutcudheit herabzusinke»,sondern um von Jahrzehcnd zn Jahrzehend glorrei-cher emporznblühen und selbst mit den Hauptstädtender Welt, London und Paris , iu die Schranken zntreten. Hier war sie nicht daS Kind deS Augenblicks,bedingt von der zufälligen Anwesenheit eineö oderdes anderen reisenden Bnchdruckcrs, sondern dieTochter deS geistigen Bedürfnisses, erzeugt von demFortschritte der Zeit, empsangen im Schooße derWissenschaft und gepflegt von den Männern desLichtes, Johann Neuchlin und Eonrad Eeltes.
Dies ist die Ursache, warum unter den älte-sten Producten der Leipziger Presse nichts vonden zusammengerafften Stellen der Kirchenväteroder der scholastischen Methode, womit ehedem diePhilosophie nnd Theologie vorgetragen ward, an-zutreffen ist, sondern daß die ersten Drucker dieSchriften der Alten, oder wenigstens solche, die