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Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
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Leipzig . Karl Christoph Traugott Tauchn,'!,,.

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Alles, was zum Gesammtgcbiete der Buchdrncker-kuust in der vollsten Ausdehnung des Wortes gehört:Stempelschneiderei, Schriftgießerei, Stereotypie,Xylographie oder Holzschneidekunst, Congreve-,Gold-, Silber-, Bunt-und Hochdruck, verbundenmit einer iu Deutschland in solcher Vollendung nocheinzigen Guillochirmaschine. Außerdem unterhalt sienoch ein Zweiggeschäft in Dresden von nicht unbe-deutendem Umfange, in welchem außer mehrerenHandpressen auch eine Schnellpresse thatig ist.

Wie K. C. T. Tanchnitz, ja in noch classi-scherer Gediegenheit, hat auch die VerlagshandlungB. G. Tcubner die Autoren der Griechen und Römerin anständigen Ausgaben durch Mitwirkung derberühmtesten Philologen Deutschlands diesseits undjenseits des Oceans verbreitet, und durch die wohl-feilsten Preise selbst einer weniger bemittelten Ju-gend zugänglich gemacht. Die Richtung der übrigenVerlagswerke erstreckt sich vorzugsweise auf dasGebiet der Philologie und Pädagogik und die bisjetzt erschienenen Bände des Oorpus gramm^tlcoi-umlatinorum, von Lindemann, welche bereits an 300Bogen ausmachen und fortgesetzt werden, liefernden Beweis, daß der Kreis des Verlags von classi-schem Charakter ist. Außerdem verdienen die indemselben Verlage seit 1826 erscheinenden Jahrbücherder Philologie und Pädagogik, von welchen derfünfzehnte Jahrgang, sowie das Archiv für Philo-logie und Pädagogik, von welchem der sechste Jahr-gang unter der Presse ist, gebührende Anerkennung.

Eine ehrenvolle Erwähnung und Anerkennungverdienen, außer den bereits Genannten, nachste-hende in alphabetischer Reihe auf einander folgendeLeipziger Buchdrucker:

Fr. Audrae. Fr. Chr. Dürr, der ehrwürdigeAltmeistsr und Senior der Leipziger Typographen,früher Inhaber einer bedeutenden Officin, seit meh-reren Jahren aber wegen vorgeschrittenen Altersblos auf den Druck seines eigenen Verlags sichbeschränkend. Fr. Heinr. Elbcrt. Carl Ed. Fischer.Joh. Friedr. Glück. Carl Ludw. Hirschfeld, ausdessen ansehnlicher Officin, verbunden mit einerSchnellpresse, Stereotypie u. s. w., viele vorzüg-liche Prachtwerke in Gold-, Silber- und Bunt-druck hervorgehen. Die auf Veranlassuug des

! Buchhändlers A. G. Liebeskiud ganz in Goldgedruckten Prachtexemplare des Werkes:Dur,das ewige VcrsöhuuugSopfer", Leipzig , 1839, kön-nen zu den gelungensten Leistungen deutscher Typo-graphie gerechnet werden. Fr. Höhin und Höhm'SWitwe. C. PH. Mclzer, dcrmaliger Vorsteher derVuchdruckerinnung, beschäftigt ein starkes Personalund hat zugleich eine Buchhandlung. I. H. Nagel.C. G. Naumann. Fr. Nies, außer einer ansehn-lichen Vnchdrnckcrei, eine mit großer Umsicht uudThätigkeit erschlossene Schriftgießerei und Stereo-typie, in welcher, außer allen currentcn Schriften,die meisten orientalischen und nach Angabe desProfessors Seyffarth, selbst auch die Hieroglyphen-charaktere auf die gelungenste Weise heimisch gewor-den sind. E. Polz, ebenfalls Inhaber einer Ver-lagShandluug. PH. Ncclam jm,., zugleich Besitzereiner VerlagShaudlung. Fr. Nückmann, außer einerSchnellpresse, noch mehrere Handpressen. WilhelmStaritz, UniversitätSbuchdruckcr. Sturm und Koppe.Beruh. Tauchnitz, Neffe und Schüler dcS berühmtenK.C.T. Tanchnitz, selbstständig ctablirt, besitzt eineOfficin von größerem Umfange, mit einer Schnell-presse und Stereotypie versehen, sowie er als Ver-lagSbuchhäudler eine rühmliche Thätigkeit entwickelt.Joh. Carl Vater beschäftigt seine Officin vorzugs-weise mit Druckaufträgen von kaufmännischen Gegen-ständen. Als Holz - und Formcnschneidcr finden seineLeistungen verdienten Beifall. F. Ch. W. Vogel,außer einer mit den vorzüglichsten orientalischen undandern Schriften versehenen Officin, eine durch ihrenclassischen Verlag berühmte Buchhandlung.

Die Schrift- und Stereotypengiefierei von J. G.Schelter und Chr. Fr. Gieseckc, deren Leistungenin der dritten Abtheilung dieses Buches (Geschichtedes Mechanismus und der technischen Vervollkomm-nung der Buchdruckerkunst) mit gebührendem Lobegedacht werden soll, ist unter Deutschlands besteAnstalten dieser Art zu zählen.

Viel wäre noch über Leipzig's weltberühmtenBuchhandel zu sagen, welcher ursprünglich auchhier wie allcrwärts in den Händen der Buchdruckerlag, später aber, als die Büchermcsse um die Mittedes siebenzehnten Jahrhunderts von Frankfurt amMain dahin verlegt worden war, gar bald eine