188 Mnnmingr». — A. Kuniic von Auderstadt. — Paffau. — C. Stahcl. — I. AtaKraw.
solche Ausdehnung gewann, daß Leipzig , jetzt dergrößte Büchermarkt Europa's , als Druckort nurden beiden Weltstädten London und Paris nach-stehet ; allein der Zweck dieser Blatter gestattet nurvon den Fortschritten der Typographie zn sprechen.Wenn selbst Letzteres hier noch ausführlicher als beiden übrigen Städten Enropa's geschehen, so magdie Wichtigkeit des Platzes und der Umstand ent-schuldige», daß Leipzig in unserem Jahrhunderte dasEmporium der Drncktuust ist und das Jubiläumvor allen anderen Städten Deutschlands in seinenMauern besonders feierlich begangen wird.
triebt „1. II. I^eicli, <I<Z o,'I<;m<z st, increinentiüt^u«L>">I>Nli>o I^>üivn«!ü l!l>er Singularis ete., I^>s.
1740. in 4." mehr über die literarischcn Verdiensteder berühmten Universität und deren Lehrer, alsüber die Leistungen der Presse Auskunft, so mußGcrsdors's binnen Kurzem erscheinende „ Geschichteder Buchdruckerkuust in Leipzig ", welcher die Schil-derung der Jubclfeierlichkeiten beigefügt wird, umso willkommener sein, als ans solch' einer Feder,bei so vielseitig dargebotenen Hülfsmitteln, ein denGegenstand erschöpfendes Gemälde zn erwarten ist.
Mit dem Jahre 1482 hat die Buchdruckerkunstin sechs Städten unseres Vaterlandes zugleich Fußgefaßt' in Memmingen, Passau, Wien, München ,Neutlingcn nnd Erfurt , und wurde in den vierLetzteren bis auf unsere Zeit ruhmvoll mit mehr oderweniger Glücke sorrbctricbcn. Wir nennen zuerst:
14 82.
von 1482 bis 1500.
Memmingen , eine kleine Stadt im LandgerichteOttobenern im baierischen Oberdonankreise, hat dieneue Knnst schon 1482 und in ununterbrochenerThätigkeit bis zur Mitte des sechszchnten Jahrhun-derts ausgeübt. Ihr erster bedeutender Druckerwar Albert Kunne von Dnderstadt, welcher seineLausbahn 1475 zu Tricnt in Türol begonnen nndhier mit einer Menge gediegener Werke fortgesetzthat. Man zählt deren einige fünfzig, die mitoder ohne seinen Namen erschienen sind. Das
erste derselben ist: „Wcrncri Aolevinckii Fasci-culus tcmm'rum 1482" mit Holzschnitten in Folio,ein zu jener Zeit allgemein beliebtes, fast in alleSprachen übersetztes und unzählige Male gedrucktesBuch. Er scheint selbst Schriftgießer gewesen zusein und bediente sich in seinen Werken fast durch-gängig der gothischen Minuskel. Von den erstenBuchdruckern der ehemaligen Reichsstadt Memmingen hat der dasige Superintendent nnd berühmte Biblio-graph Schclhorn in seinen „Beiträgen zur Erläu-tcruug der Geschichte der schwäbischen Kirchen u.s.w.,Memmingeu, 1772. 8. Seite 76-79." Nachrichtertheilt.
Passan.
Cour ad Stahel,
von 1482 bis 1486.
Von Memmingen wanderte die Kunst die Donanentlang nach Passau , wo Courad Stahel, ein „fah-render Buchdrucker" sie zuerst übte. Hier druckteer im Verein mit Benedict Mayr als Erstlings-versuch: „Epistola b. Euscbii, S. Hicron>i»ndiscipuli, dc murre gloriosi Hicronyini" 1432.in Quart, mit gothischen Lettern, welche denjenigenähnlich sind, deren sich zu gleicher Zeit ConradZcningcr in Nürnberg bedient hat. Wahrscheinlichist Letzterer zugleich Schriftschneider und Schrift-gießer gewesen nnd hat seine ihm eigenthüm-lichen Typen auch anderen Znnftgenossen über-lassen. Eonrad Stahcl erscheint später wieder zuVenedig (1434) und zu Brünn in Mähren (1436und 1491).
I o h ci lt n A lakra w,
von 1432 bis 1492.
Ebenfalls ein „wandernder Drncker", verbandsich nach Stahclö Abgang mit dem uämlichen Bene-dict Mayr, in dessen Genossenschaft er das „Spc-culum m„»u»le Saccrdotum" dcs Augustiner-mönchs Hermann Schilditz und das „Intcrrona-torium seu Confcssionalc" deS Bartholomäus de