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Chaymis (beide Werke 1482) und drei Jahre späternach der Mainzer Ausgabe von 1484 den mit sau-beren Pflanzcnabbildnngen in Holzschnitt gezierten„Herbarius" 1485 in 4. auf rühmliche Weise voll-endete. Im Jahre 1484, in welchem lein Passauer Druck von ihm erschienen ist, erblicken wir JohannAlakraw zu Wintcrbcrg in Böhmen , wo er „Albcrti-Milgni Summa de Eucharistia" in Folio und deSh. Augustinus „^iber Soliloquiorum" in Quartherausgab. Schon 1485 wieder nach Passau zurück-gekehrt, druckte er für sich allein bis 1492.
Noch verdienet Johann Petri wegen seinerfleißigen Bemühungen im Missaldrucke (1491 und1492) und wegen seines regen Interesses, welches eran der neuen Knnst nahm, hier ehrenvoll genanntzu werden. Seine Wirksamkeit gehört mehr derSchweiz und Italien, als Deutschland an. Wirfinden ihn wieder unter dem Beinamen „deLangcn-dorf" zu Basel bei Frobcn (1494 und 1498).
Die edle Kunst hatte schon in vielen mittel-großen und selbst in einigen kleinen Städten unseresVaterlandes Aufnahme gefunden, ehe sie iu derKaiserstadt Wien heimisch geworden war. Dennobwol Kaiser Friedrich III. schon Fust's Erbenwegen des durch des Letzteren Tod zu Paris inAnwendung gekommenen Heimsallrcchtes gegen diefranzösische Behörde in Schutz nahm: so ist esdoch erst im Jahre 1482 gelungen, eine Officinzu begründen, aus welcher „Guidonis de montcNotherii mnnipulus tLuratorum." Impr. Wieunc,1482.4. und „Joannis Mcygcr, Tractatus di-stinctionum." Wicnne (sie) 1482. 4. durch ciuenunbekannten, wahrscheinlich „fahrenden Drucker",hervorgegangen ist. Derselben Werkstatt mag auchdie „Legende vom h. Nochns" mit der Schluß-schrift: „Die Hnstori Ist von malisch auf Tcuchßpracht. In der löblichen Stat zm mieiur In iGsterrcych nach Christi gepurd mecectrrriH zarund da selbst auf gedruckt dem heilige SundNoceus zu eren des heiligen leben vud verdie-neu bey got: noch wenig bys auf dise zeit in
den lundeu bechand m»s." acht Blatter in O-nart,angehören. Zu Anfang ein Holzschnitt: der h. Ro-chus stehet im Pilgerkleidc neben dein Bette einesKranken, darüber siehet Jemand mit der Aufschrift„Viucentius" dnrch ein Fenster herein.
Der erste Drucker, dessen Name ans Büchernerscheint, ist
Johannes Winterlnirger,
von 1492 bis 1519,
welcher zufolge der Sitte jener Zeit nach seinemGeburtsorte unweit Kreuznach in der GrafschaftSponheim sich nannte und die Kunst wahrscheinlichin Mainz erlernt hatte. Seine meisten Arbeitensind liturgischen Inhalts, wie z. V. die Meßbüchervon Salzburg (1506), Passau (1507) uud Strigau(1508) u. s. w. Sein wichtigstes Werk aber ist:„Georgii Peurlmchii Cabulae ecelypsium, 1514."wobei ihm der geschickte Mathematiker Johann Mi-chaelis von BreSlau als Corrcctor diente. SeineOsficin war schon reichlich mit großen und kleinen,gothischen und römischen Schriften uud selbst auchmit Choralnotcn versehen.
Hieronymns Victor (Binder?),
von 1509 bis 1531,
aus Licbcnthal im schlesischen Fürstenthnme Jauergebürtig, weshalb er sich in seinen Unterschriftenauch zuweilen „Hieronhmus Philovallis" nennt,kommt 1509 in der Schlnßschrift von: „PauliCrosncnsis Nutheni carmina ad Fadislaum Nc-gcm" etc. in 4. mit Hans Wintcrburgcr zugleichund zwar als Verleger dieses Werkes vor. Imsolgcndcn Jahre (1510) begann er selbst zn drucken,welche Knnst er aller Wahrscheinlichkeit nach beiHaller in Krakau , seinem früheren Aufenthaltsorte,erlernt hatte. Bald darauf trat er mit JohannSingricncr (Singreniuö) in Gesellschaft und lie-ferte mit diesem, mit und ohne NamcnSbczeichnnng,manches schöne Werk. Vom Januar 1515 arbeiteteVictor wieder für sich allein und uutcrzcichnctesich 1528 „l'^iograplms Hexius." Nach ein und