mit dem Schriftgießer Caspar Kraft und zuletzt inUngarn für sich allein, sowol zu Debreczin als zuLindva in der Saladergespannschast seine Kunstausübte.
Durch Mißverständnis? der in Schlußschristenalter Drucke gewöhnlichen Form „Ductu", welches„unter Leitung" oder „auf.Veranlassung" bedeutet,wurden auch Conrad Celtes , der erste deutsche ge-krönte Dichter, welcher 1497 und 1500 den oben-erwähnten HannS Winterburger beschäftigte, undTheobald Feger, ein Bürger und Buchhändler zuOfen, welcher 1488 die „Thuroczische Chronik" beiErhard Natdolt in Augsburg auflegen und andereWerke bald da, bald dort drucken ließ, vonMaittaireund andern Bibliographen für wirkliche Buchdruckergehalten und als solche an ihrem Orte aufgeführt.
Im sechszehnten Jahrhunderte ziehet nur nochdie Officin der Jesuiten unsere Aufmerksamkeit aufsich. Nachdem nämlich Kaiser Ferdinand I. dieseOrdenSleute im Jahre 1551 nach Wien berufenund ihnen daselbst 1554 das verlassene Carmeliter-kloster eingeräumt hatte, fiel der damalige RettorP. Johann Victoria, von Geburt ein Spanier,auf den Gedanken, in dem neuen Kollegium zumBesten „der Religion und armer Studirender"eine Druckerei zu errichten. Schon 1559 beganndas Werk unter Leitung des erfahrenen WilhelmSulenius Columna aus Geldern. Doch hat dieseAnstalt nur vier Jahre gedauert und der Apparatwurde hernach an den Generalvicar von Gran,NicolauS Telegdi nach Tyrnau verkauft, welcher sichdesselben zur Herausgabe seiner Schriften bediente.
Die Typographie sank im folgenden Jahrhun-derte in der Kaiserstadt, wie fast allerwärtS inLandern katholischen Bekenntnisses, von einer freienKunst zu einer dienstbaren Magd des Klerus herabnnd ihre Leistungen beschrankten sich fast ausschlie-ßend nur auf polemische und ascetische Schriften.Während des siebenzehnten Jahrhunderts hat dieTypographie in der Kaiserstadt keine wesentlichenFortschritte gemacht. Die veraltete Schriftform,die geschmacklose Anordnung des Satzes, die Ueber-ladung mit Randverzierungeu, Einfassungen, Or- ^ncuncnten uud Röschen und mangelhafte Manipu-lation dcS Druckes blieben bis auf
Joh . Thomas Edlen v. Trainern,
von 1748 bis 1798,
welcher eine ans fremden Mitteln erkaufte Druckereidurch Redlichkeit und Genie nach und nach bis zu24 Pressen erweiterte, damit 2 Papiermühlen und5 Filialosficinen zu Agram, Pesth, Innsbruck , Liuzund Trieft nebst 8 Buchhandlungen und 18 Büchcr-niedcrlagen (nicht nnr in den k. k. Erblandcn, son-dern auch zu Warschau und Frankfurt am Main )verband und somit der vernachlässigten Kunst inseinem Vaterlande eine größere Vollkommenheitverleihen half. Ihm folgte unmittelbar
Joseph v. Knrzbeck,
ein nm die neuere hebräische Typographie hochver-dienter Mann, welcher sich mit vielen Kosten die mitRecht allgemein geschätzten Amsterdamer Stempelund Matrizen verschaffte und einige sehr wichtigeund voluminöse Werke auflegte, wie z. B. den„Talmud , Mischnojoth nnd Machsorim", wodurcher allgemeinen Beifall erntete. Auf seine Veran-lassung schnitt Mamisfeld geschmackvollere Schrift-stempcl, welche unter dem Namen „ Mannsfeld'scheSchriften" bekannt sind. Der Kupferstecher Albertivereinigte sich mit MannSfeld und Beide liefertenvon 1739 bis 1794 gemeinschaftlich Werke, welchedamals wenigstens allen inländischen Produktendieser Art an typographischer Eleganz gleichkamen.Diesen folgten von 1794 bis 1800 Bauer, Hra-schansw, Matthäus Andreas Schmidt und Anton(jetzt Edler v.) Schmid. Doch blieb die Kunst aufder gewöhnlichen durch ganz Deutschland mehr oderminder mechanisch verfolgten Alltagsbahn. Nnrerst zu Anfang dieses Jahrhunderts nahm sie durchdie Thätigkeit eines
Joseph Vincenz Degen
einen nenen Aufschwung. Früher ausgezeichneterBuchhändler brachte er im Jahre 1800 die trefflicheAlbcrti'sche Bnchdruckcrci an sich und legte zugleicheine Schriftgießerei an. Seinem Eifer und Auf-wande gelang eS, die veralteten Typen dnrch neue,die mit den schönsten des Auslandes wetteifern