muß demzufolge nach dem Plane dieses Werkes hiereine Stelle finden; doch kann sie keineswegcs, wieMainz, Augsburg, Bamberg, Nürnberg , Straß-bnrg, Ulm u. a. zu den Beförderinnen der edelnKunst gerechnet werden. Das erste hier gedruckteBuch ist: „Filier missalis secundum jirevmriumerclesiae Natisbonensis." 1485. in gr. Folio. Eswurde durch Johann Sensenschmid und JohannBeckenhaub, welche Bischof Heinrich von Bambergnach RegenSbnrg rufen ließ, auf Kosten diesesPrälaten mit bekannter Meisterschaft ausgeführt.Unter den bleibenden Druckern hat sich
Jakob von Gouda,
von 1490 bis 1493,
zuerst hier niedergelassen und durch manches schöneDruckwerk hervorgethan. Hier wurde wahrschein-lich in einer Privatdruckerei daS höchst seltene Werk„Fes actcs de tu ^ounree impcriale tenue en larite de Negespourg aultrement dicte Natisbone.1541. in 8." gedruckt, dessen Inhalt durch die Ana-logie mit den Ncligionswirren unserer Zeit vonhohem Interesse ist. Um die Mitte des sechzehntenJahrhunderts thaten sich als Typographen hervor:HanS Burger, BartholomäuS Gras, ChristophFischer, Paul Dallensteiner, Joh. Georg Hoffmann,Joh. Caspar Memmel, Joh. Conrad Pretz, Christ.Gottl. Seiffart, August Haukwitz, Joh. ErnstFranz, Joh. Heinr. Krüttinger, Hieronymus Lenz,AegidiuS Raith, Joh. Baptist Lang, Joh. CasparMemmel; und in nenerer Zeit Brenk, Neubauer,Pustet, Reitmayr und Notcrmund.
M ü n st e r.
1 4 8 6.
Westphalens Hauptstadt, von wo aus ein nichtgeringer Theil des Lichtes ausging, das sich imfünfzehnten Jahrhunderte über die schöne Literaturvon Norddeutschland verbreitete, verdankt die Ein-führung der Buchdruckerkunst den Bemühungen deSgelehrten Domherrn Rudolf von Langen , dessenlateinische Gedichte auch zu dem ersten daselbst er-schienenen Buche Veranlassung gaben. (Siehe über
diesen Gelehrten I. Niesert's Aufsatz: „Rudolfsvon Langen, Domherrn zu Münster und Probstenim alten Dome, literarische Verdienste" in Dr. A.Malinkrodt'S Neuestem Magazin für Westfalen ,Heft I.). Im Jahre 1486 nämlich druckte JohannLimburg „NhoÄolphi Langn, rir. Monastericns.Carmina." in 4.
Die in Münster eingeführte Druckanstalt hat sichnie zu Werken von größerer Bedeutung erhobenund selbst LimburgS Nachfolger: Laurenz Bvrn-mcmn, Theodorich Tzwivel, Gregor OS aus Breda,Lambert Naeöfeld, Johann Gymuich auö Cöln,Michael van Dalen haben ihren Vorgänger nichteinmal erreicht. Die früheren Erzeugnisse sind meistmit schlechten gothischen Typen ausgeführt. Diesist auch die Hauptursachc, daß so viele SchriftenMünster 'scher Gelehrter im Auslande gedruckt wor-den sind. Ju neuester Zeit verdienen die typogra-phischen Bemühungen eines Coppenrath, Regcns-berg und Aschcndorsf (Joh. Heinr. Hüffer) alleAnerkennung.
S t e n d a l.
Joachim Westual (Westfael),
1 4 3 8.
In dieser kleinen Stadt der Altmark druckte1488 Joachim Westfael, wahrscheinlich ein reisenderTypograph, den wir schon zu Magdeburg in Ge-meinschaft mit Albrecht Navenstcin getroffen haben,den „Sassenspiegel" in niederdeutscher Sprache,in Folio, eine jetzt so selten gewordene Ausgabe,daß sie weder Gärtner, noch Pütter und Selchowkannten. Nach Bewerkstelligung dieses Druckesscheint Joachim Westfael diesen damaligen Hauptortder Altmark wieder verlassen zu haben.
H a g e n a u.
von 1489 bis 1500.
Die kleine Stadt Hagcnan im Elsaß hat bis zumJahre 1500 gegen 50 verschiedene und zum Theil
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