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Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
Seite
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Sulnuc?.

L7onrnd Swrynhcnm und Arnold Panimrtz.

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Christenheit seinen größten Ruhm darin fand, denGrund zu der unschätzbaren Vüchersammlung desVatieans gelegt zn haben. Einer der reichstenFürsten, Pico della Mirandola , warf Rang undBcsitzthum hinter sich, um im Kreise und taglichenUmgange mit gelehrten Männern Nahrung fürseinen Geist zu schöpfen und diese unvergänglichenSchatze mit der gleichen Liberalitat auS den uner-schöpflichen Fundgruben seines bewunderungswür-digen Gedächtnisses alsdaun seinem Freunde AngeloPolitiano mitzutheilen.

Kann es noch befremden, daß, durch solcheUmstände begünstigt, die Typographie, als treueDienerin der Wissenschaft, in keinem Lande einebessere Aufnahme fand als in Italien ? Bis znmJahre 14S0 war die Buchdruckerkunst schon invierzig Orten jenes classischen Bodens eingeführt,während dieselbe in Deutschland nur erst in fünf-zehn Städten heimisch geworden. Aber Deutschland gebührt der Ruhm, die ersten Zweige dieses setztAlles überschattenden Baumes dahin verpflanzt zuhaben.

S u b i a c o,

von 1464 bis 1467.

Bald nach der Einnahme von Mainz und derdadurch veranlaßten Auswanderung der Drucker-gehülfen in andere Länder sehen wir unter demPontificate und unter dem Schutze Papsts Paul II.

zwei Deutsche in dem nahe bei Rom gelegenen Klo-ster Subiaco ihre Pressen aufschlagen.

Conrad Sweynheym

und

Arnold Paunartz,

wahrscheinlich Schüler und Gehülfen Gutenbcrg'soder doch Wcrklcute aus Fust und Schöffer'sOfsicin, fanden hier nicht nur ein Asyl, sondernanch Beschäftigung. Sie druckten zuerst, aber ohneAngabe des Jahres und des Druckortcs den Donat,wie sie sich in dem von Maittaire im ersten Bandeder typographischen Annalen Seite 48-51 mitge-theilten Briese an den Bischof Johann Andreasvon -Aleria selbst ausdrückenpro xuerulls" sürdie Schulknaben, von welchem aber kein einzigesBlatt bis auf uns gekommen ist. Hierauf gingim Jahre 1465 das erste in Italien gedruckte Buchaus diesem Kloster und aus diesen dcntschcn Pressen

hervor, nämlich ,,1>uc!u» Loeliu« I>!»:t!ui<!t.iu!> l^ir-mlöims, <!e cllvini« iiistitutionilzu« llilvorsus x<znt«!>>;librl septom" etc., ein überaus seltenes Werk, inwelchem nebst dem Schöffcr'schen Cicero <le oMcüsvon 1465 die ersten Proben griechischen Druckesvorkommen.

Nachstehende Facsimiles mögen von der Schön-heit und dem Charakter dieses berühmten typogra-phischen Denkmals, welches in einer Art von scmi-gothischen, unserer Antiqua schon ziemlich nahekommenden Type ansgeführt ist, Zeugniß geben.

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