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Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
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Venedig. Tlicolaus Jenson.

gedrucktes Buch, welches den Titel führt:Ouestasie mm ovcra t>« ^ nunle si chionm Peror j Pnel-larum: Zoe Honorc ^ dc Le Donzcllc: La ouale ^Da Negola Forum E modo j Ac Stnto De LeHoncstc Donzclle " nnd seiuem Busenfreuude Gio-vanni di Dio zugeschrieben wird, hat wegen derSchlußschrift nnd Jahrzahl unter den Bücherfreun-den große Kontroversen veranlaßt, worüber Lichten-bergcr in seinen Initia l'^oxr. 170 und 171 aus-führlich berichtet. Diese lautet:

Anno a Christi inrarna-

tione MCCLLLA'I per Magi-

strum Aicoloum Ionson

Koc opus miod Puella-

rum Drcor dicitur fclici-

ter imvrrssum cst.Fnus Dco.

Sie gab dem Abbate Boni Veranlassung, in seinem1793 gedruckten «Znadeo ciitico tii>ogr!>pl>!co " Nico-laus Jenson zum ersten Buchdrucker Venedigs zumachen. Daß Letzteres jedoch nicht der Fall seinkönne, bewies der gelehrte Bibliothekar der Mar-ciana, Jacobo Morelli, durch das Privilegium, wel-ches die 8!j;nor!^ di Venexi-V am 18. Sept. 1469 dem

Johannes dc Spira ertheilte, demzufolge ihm fünfJahre lang allein in Venedig zn drucken erlaubtwird, worin es ausdrücklich heißt:Inäucta, est in>>!>n<: nostram inrl)t-»n civit»tem »r« im>iriinenöi libros,in 6ies<zUL mag!« celebrior et si'ccnientior Ket, pei- one-rsm, sU»I!um et in^enium Aliigisti i ^o-mnis 6s Lpir-l."

Das ist: die Vuchdruckerkunst, die mit jedem Tagean Ruhm und Ausbreitung wachsen möge, ist durchden Fleiß, die Beharrlichkeit und das Genie desMagisters Johann von Spehcr in unsere berühmteStadt eingeführt worden, und zugleich hinzugefügtwird, daß demzufolge seine durch schönen Druckvon Cicero's Briefen und der Naturgeschichte desPlinius schon bewiesene Geschicklichkcit auf alleWeise zu unterstützen sei. Daß bei der obigenJahreszahl ein Druckfehler obwalte und statt I.X1,l^XXl gelesen werden müsse, hatten unparteiischeRichter zwar langst geglaubt, der gelehrte Biblio-thekar DeniS aber hat es in einer besonderen Schriftzu Gunsten des Johann von Spcycr, Wien 1794. 8.glücklich nachgewiesen. Schon der Umstand, daßaus Jenson's Presse erst wieder nach neun Jahrenein Buch hervorgegangen sein sollte, macht die Jahr-zahl 1461 mehr als verdachtig, wenn auch nichtberechnet worden Ware, daß jener Drucker, wennman sich an dessen Unterschriften halten wollte, nichtweniger als 180 Jahre alt geworden sein müßte.Nichts desto weniger bleibt ihm noch genug desRuhmes, indem er wegen der Umgestaltung desTypenschnittes von der damals allgemein üblichengothischen oder scmigothischen Schrift in die römi-sche oder Antigua für die Schriftgießerei und Buch-druckcrkunst eine neue Epoche herbeiführte und sichden Ehrennamen eines neuen v-iedalus erwarb.

Gegenwärtiges Facsimile der Schlufischrift seinesQuintilian ist dem Leipziger Exemplare entnommen.

(Mi^^i^v^i ^oczve^'i'i^ ?oniM ^ Xv.vv^

1'I85I^O OKVMONO l.M5sicM0 ^LIW^IVlN^KKDI^VL K^icVS V1VM1ILVL L08^

IXI?M88I1 ^K?I?ILI0.

<tM^.^.c^cxii.xxi^MLL. ^lOD^cxi.

MO dk^n^s.