Vrncoig. — Aldo Pio Munutio.
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Gegenwärtiges Facsimile aus den Schollen desSimplicius zum Aristoteles von 1499. Folio, wird
als Probe seines Geschmackes und seines eigenthüm-lichen Typenschnittes nicht unwillkommen sein.
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Aldo Pio Manutio,
von 1494 bis 1516.
Auch Mannzio, Manuzzi und Manucci, ge-wöhnlich ^läus, der klettere, Stammvater einerberühmten Typographenfamilie und der bedeutendstealler italienischen Buchdrucker, wurde zu Basfiano,einem Städtchen in dem Herzogthnme Sermoncttain der Nachbarschaft der pvntiiüschen Sümpfe, um1447 geboren, studirte zu Ferrara , ward Erzieherdes jungen Fürsten Alberto Pio zu Carpi, der ihmneben anderen Gunstbezeugungcn den Namen PinSertheilte, und legte sich erst im Mannesalter zuVerona und zu Rom auf das Studium der griechi-schen Sprache. Aus besonderer Vorliebe für dieWissenschaften begab er sich im Jahre 1483 nach
Venedig, um da eine Buchdruckern zu begründen,welche sehr bald sowol an Umfang als an Eorrcct-heit der Unternehmungen alle Officinen Italiens übertraf. Vorzüglich waren cS classische Autorender Griechen, denen er seine ganze Aufmerksamkeitund allen seinen Fleiß widmete. Seine ersten Drucke
waren I „ d!vn»t»nt.!n I^a«e!»'i«, I^ioleninta" und
„ Hlus»eu!i" von 1494. in 4. Den ersten Versuchdes griechischen Typcnschnittes bei der Ausgabedes .' „ l>Iusi>eus, grkec. et lat., Ven. 8. a. " in 4.,Welchen die Officinen zu Orford und Cambridgenoch in der Mitte des vorigen Jahrhunderts nach-ahmten, obgleich er die Schönheit der Jenson-schen Type beim Anlus Gellius und MacrobiuSnicht erreicht, mag beifolgendes Facsimile ver-gegenwärtigen.
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Von n,ln an waren seine Pressen unausgesetztbeschäftigt bis zum Jahre 1506, wo im Erscheinenseiner Druckwerke eine Pause eintritt, da er sich dasganze Jahr hindurch auf Reisen befand. Von1494 bis 1508 druckte er allein und seine Ausgabentragen vom Jahre 1500 an gewöhnlich die Auf-schrift: »p»ll ^I-lum Romünum oder ex ^lili Ko-m-mi ^oaäeml-t, oft sogar nur: ex Kescaäem!».
Den ersteren Beinamen „Kom-mus" gab er sich,
weil er in Rom seine Studien gemacht und dengrößten Theil seiner Jugend da zugebracht hatte.Die letztere Bezeichnung seiner Werkstatt legte ersich deshalb bei, weil er in seinem Hause eine Artkleiner Akademie gestiftet hatte, deren MitgliedergrößtentheilS bei ihm wohnten. Diese Gesellschaftvon Gelehrten hat sich nebst ihm um die Wissenschaftsehr verdient gemacht. Hier wurden Mannscriptekritisch beurtheilt, von ihren fehlerhaften Lesarten