Venedig. — Aldo Manutio II.
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sein Vater entbrannt die Typographie betrieb, imJahre 1540, um durch fremden Einfluß wenigergestört zu sein, die Verbindung mit seinen Vetternaufhob und das Geschäft mit seinen Brüdern allemfortsetzte. Seine von 1540 ab erschienenen zahl-reichen Werke haben die Unterschrift „i>i»i<1 ^.I<I!Kilos", oder „SPU<I paulum ^lunntuim ^Vllii ülium".Wie sein Vater die griechischen Autoren vorzugs-weise bearbeitete, war er hauptsachlich für die latei-nischen thatig. Seine Commcntare werden nochjetzt geschätzt und seine eigenen Schriften nicht we-niger als seine Druckwerke bewundert. Schon 1556erhielt er die Direktion der akademischen Druckereiseiner Vaterstadt und im Jahre 1561 berief ihnPapst PinS IV. nach Rom , wo er in einem derMunicipalität angehörigen Hause, durch die Libe-ralität seines hohen GönnerS reichlich unterstützt,die l^poxrsK-l xio-AlünmI-ln-l begründete nnd imJahre 1573 starb. Jrrthümlich schreiben ihm Vieledie Errichtung der Vatikanischen Druckerei zu underklären die Worte seiner Unterschriften.- „In »eä!-dus ?opuli Hom-mi" für „ein Haus auf dem Ca-pitol". Erst Renouard hat in der dritten Ausgabe
seiner „dunkles 6e 1'imprlmoi'is üe« .^><Ies" 445den Irrthum aufgedeckt und die richtige Deutunggegeben. Während seines Aufenthaltes in Rom aber waren seine Brüder Manutio uud Antonionicht unthätig. Der letztere errichtete sogar, nach-dem er zum zweiten Male von Venedig verbanntwar, mit Pauls Unterstützung eine Officin zu
Bologna mit der Aldusdevise, aus welcher 1556und 1557 einige Werke hervorgegangen sind.
Aldo Manutio II.,
von 1575 bis 1535,
oder der Jüngere verdunkelte zwar den Nuhm seinesGroßvaters und Vaters nicht, jedoch trug er mehrdurch Gelehrsamkeit als dnrch größere typographischeArbeit zur Verherrlichung des ruhmwürdigeu Fami-liennamens bei. Schon in seinem vierzehnten Jahreschrieb er eine Abhandlung von der lateinischenOrthographie, lehrte alsdann die alten Sprachenzn Venedig, Bologna , Pisa und Nom, bis ihnClemens VIII. 15S7 mit der obersten Leitung dervon Sirtus V. begründeten l^pogi-alia V-ulcmulbetraute. Mit seinem Tode 1597 erlosch der Nuhmder Aldinischeu Presse, welche Nicolo Manissi inVenedig fortgesetzt hat; mit ihm erlosch aber auchder Stamm dieses ausgezeichneten Typographen-gcschlcchtS, dessen Name fortleben wird, so langenoch ein Ercmplar jener Officinen übrig bleibt.Mit Anfange deS sechszehnten Jahrhunderts hatLuc-Antonio Giunta aus Florenz hier eine Buch-handlung uud Buchdruckerei begründet, welche überein Jahrhundert fortdauerte. Er war besondersim Missaldrucke ausgezeichnet.
Ais Probe seiner Leistungen mag gegenwärtigesFacsimile des für den Dominikanerorden bestimmtenMeßbuches vom Jahre 1504 in Folio dienen.
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