Unter den Städten Italiens , wo die Buch-drnckerknnst am frühesten Wurzel faßte nnd bisauf die neueste Zeit eine sorgsame Pflege fand,nimmt Mailand eine der ersten Stellen ein.
Filippo de Lavagna,
von 146g bis 1489,
oder Philippus de Lavagnia, wie er sich selbst inden Unterschriften mit dem Zusätze „-»rt!-. «wm-
psnlli in Iiae ui'de ^»imum lutorem llt<jue luven-torem" nennt, eröffnet die Reihenfolge berühmterTypographen durch die Schrift: „Alchuni Mir»-roli de la gloriosa uergcnc Ftlarin, 1469. in 4.",denn die von Joh. Ant. Sarins in seinen „Prolc-gomenen zur Mailandischen Bnchdrnckergeschichte"Seite 8s. aufgestellte Behauptung, daß die „Histo-riae Augustae Scriptorcs" von Sweynhcym nndPannartz vom Jahre 1465 das erste in Mailand gedruckte Buch sei, ist laugst als unrichtig ver-worfen. Der Druckfehler 1465 statt 1475 gab dazudie Veranlassung. Von Filippo de Lavagna kenntman viele schöne Druckwerke, die bis zum Jahre1489 reichen, von wo aber sein Name verschwindet.
Antonio Zaroto,
von 1471 bis 1497.
Auch de Zarotis aus Parma scheint schon 1471seine so berühmt gewordene Presse in Mailand
aufgeschlagen zu haben; denn „Festus" und„Pomponius Mela " von diesem Jahre zeigendie nämlichen Typen, deren sich jener ausgezeichneteKünstler in der Folge bedient hatte. Die ihm vonMaittaire beigelegte Ausgabe des „Tcrcnz" von1470 ist eine wahrscheinlich durch radirte Ercm-plarc veranlaßte Tauschung, denn die angegebenenSignaturen sind von Zarotus erst 1476 eingeführtworden. Nicht sowol durch die Anzahl, als durchdie Trefflichkeit seiner bis 1497 uuennüdet fort-gesetzten Leistungen hat er den Nuhm, als einer derbesten Typographen seiner Zeit anerkannt zu werden.Mit beiden wetteiferte nicht ohne Erfolg
Christoph Waldarfer,
von 1479 bis 1483,
auch Valdarpher, Baldarfer und Valdafer ausNegcnSbnrg, welcher zwischen 1470 und 1471 zuVenedig druckte, sich gegen 1474 in der Hauptstadtder Lombardei niederließ nnd bis znm Jahre 1488 eineMenge trefflicher Drucke lieferte, die zu den schönstenErzeugnissen dieser Art gerechnet werden und vondenen wir mir das „Leben des h. AmbrostuS" nebstdessen drei Büchern von den „Pflichten" vom Jahre1474 und den „ Justin " von 1476 hervorheben.
Gegenwärtige Facsimiles aus Bartolomeo Ce-polla's „ l'ractütus cnutelarum welcher deshalb ge-wählt worden, weil hier die ungewöhnlichere Schreib-weise „Valdafer" vorkommt, sind dem Eremplareder Leipziger Universitätsbibliothek entnommen.
?imunt LauteUe luris Utnul^ ^on-zrceOo.Lsttoloniei Lepolle Veronenlis.
(^liriiio^kiorus ual^ter ratliponenils Koeoxus imxreK.5/l.<Xcc.lxxv.
Giovanni Bono,
von 1475 bis 1478.
Von diesem Drucker hat mau die „Bekenntnissedes h. Angustin" von 1475, an deren Schlüsse mandas Colovhon liefet:„Theutonicis dclntus enim lionus acrc JohannesHoc mediolani fertilc pressit opus."Die meisten Bibliographen halten dafür, daß dieser
Johannes Bonus der nämliche sei, welcher 1474schon zu Savona des Boethius berühmtes Werkvom „Troste der Wcltweisheit" gedruckt hatte,eine sehr seltene Ausgabe, au deren Ende man mitder Jahrzahl mcccclrriiij die Schlnßschrift liefet:„Est Augustini conventus in urbe SaomiEt vitae et fidei religione saccr
Hoc impressit ibi sratcr bonus acre Johannes."