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Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
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224 Mailand . Dionnsio de Paravisino. Ulrich Scinzenzelcr und Fconhard Pachel.

Dionysio de Paravisino,

von 1476 bis 1431 ?

oder Dionysius Paravisinus, welcher schon 1472mit StephanuS de Martinis von Leucho zn Cre-mona und 1474 zu Como gedruckt hatte, ist dererste Typograph, welcher in der Hauptstadt derLombardei Werke in griechischer Sprache heraus-gab, unter denen die griechische Grammatik desLaSearis vom Jahre 1476 Aufmerksamkeit verdient.Wahrscheinlich ist ihm die Princeps des griechischenPsalters zuzuschreiben, welche im Jahre 1481 inQuart auf Kosten des Bonacurstns Pisanns ge-druckt wurde, wovon hier ein Facsimile folgt.

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Der engbegrcnzte Naum dieser Blätter gestattetnicht, ans die Leistungen eines jeden Einzelneu dervielen Typographen einzugehen, welche noch vordem Beginne deS sechszehnten Jahrhunderts hierihre Werkstatten aufgeschlagen nnd sich mehr oderweniger Ruhm erworben haben. Es mag dahergenügen, ihre Namen zn nennen und die Epoche zubezeichnen, in welche ihre Wirksamkeit fallt. Essind: Dominieo de Vespalate 1476-1473; Jacopode Marliano 1477-1478; Benigno und GiovanniAntonio de Honatc, zwei Brüder, welche von1477-1482 gemeinschaftlich druckten, worauf derLetztere, wahrscheinlich weil der Erstere gestorbenwar, das Geschäft bis 1489 allein fortsetzte, inwelchem Jahre er sich in Pavia niederließ; Lndo-vico und Alberto Pcdemontani, denen wir die

Pivina Comrdia" des Dante von 1478 ver-danken; Giovanni de Legnano oder Lignanus von1480-1499; Paolo de Snardis; Simon Magnino;Pietro de Cornerio; Giacomo de Santo Nazario1439-1496; Filippo de Cassano 1490-1497; Ber-nardino de Eastillione, welcher sich anfänglich 1490mit Giacomo de Santo Nazario, auch von seinemGeburtsorte de Nipa genannt, im Jahre 1491 mitFilippo de Casano und 1493 mit Giacomo de Aririoverbunden hat; Henrico Germano und Sebastiande Pontremulo von 1493, deren Werke, wie derIsocratcs" von 1493 in Folio sich durch Schön-heit der Charaktere und Correcthc-t des Druckes zuden schönsten Erzeugnissen der Kunst in jener Zeiterheben; Alerander de Pilizonis 1496; GuillaumeSignerre auö Nheims 1496-1498; Jacopo Velloni1497; Giovanni Pietro Casorato und BernardinoPizoni 1498; Pollonio de Mellicariis 1498; Ale-xander Minntiano aus Santo Severo in Apulien 1493 nnd 1499, welcher zum ersteumale Cicero'ssämmtliche Werke" in zwei Foliobänden herausgab;Ambrosio Caponago oder Caponano 1499; Deme-trius Chalcondylas; Johannes Bissolus und Bene-dictus Mangius 1499; Petrus Martyr de Monte-gatiis. Vor allen aber zeichneten sich die beidenDeutschen

Ulrich Scinzenzele r

und

Leonhard Pachel,

von 1430 bis 1500,

aus Jngolstadt in Baiern aus. Sie blieben von1480 bis 1493 mit einander in Verbindung nndlieferten eine Menge ausgezeichneter Druckwerke.Späterhin wetteiferten sie, ein Jeder den Andernan Schönheit und Corkcctheit ihrer Leistungen zuübertreffen. Den Beschluß der Typogravhenrcihedes fünfzehnten Jahrhunderts in Mailand machtJohann AngeluS Scinzenzeler, wahrscheinlich einSohn des genannten Ulrich, welcher seinem Vaterzwar eifrig nachstrebte, ihn aber nicht erreichte.Die edle Kunst wurde von jeher in Mailand auchdurch einflußreiche nnd gelehrte Manner ans dasKräftigste gefördert. Viele der vorzüglichsten Aus-gaben Waldarfer'ö, Pachel's und Scinzenzelcr's