Druckschrift 
Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
Seite
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Foligno. Aumcister. Verona . Giovanni de Verona, bis Doninus de Doninis. Trevia. 225

zeigen in den Schlußschriften, daß cdeldenkcndeMänner die Kosten des Druckes Gestritten haben.Diese Worte sind häufig Veranlassung geworden,daß man jene gelehrten Gönner, die meist auchdas Amt der Correctoren übernommen, selbst fürDrucker gehalten hat.

F o l i g n o.

1 470.

Dieses kleine Städtchen im Kirchenstaate hat imMittclalter der Kunst im weiteren Umfange desWortes die Thore geöffnet und sich dadurch, wennLetzteres gleichwol in unseren Tagen nicht mehr in sohohem Grade der Fall ist, einen bleibenden Namenin den Annalen der Geschichte erworben. Wer kenntnicht die unvergleichlich schöne Madonna Nafael'S,welche davon ihren Namen hat? Emil de Orfinisheißt der Mann, welcher der Typographie durchBerufung des

Johann Numeister ,

von 1470 bis 1479,

aus Straßburg , der sich aber selbst eiei-icus iviogun-tinus nennt und höchst wahrscheinlich einer derMitarbeiter in der Guteubergischen oder Fust- undSchöfferschen Officin gewesen war, die Pfortenseiner Vaterstadt öffnete und sich auf dem Erstlings-drucke: I^sonsi'dus.^i'etlmis, <Ie dello italico »<Iver-SU8 <ZotI>o5 lidrl IV, 1470. und auf einer undatirtenAusgabe der Briefe des Cicero als Mitwirker nennt.Außer diesen zwei Drnckdcnkmälern aber ist keinBuch-bekannt geworden, welches seinen Namenträgt. Nnmeister aber druckte von nun an alleinund ihm verdankt man die Princeps der Oome<I^des Dante von 1472, sowie die Betrachtungen desl'urreci-em-tta von 1479, deren Typen dem MainzerPsalter sehr nahe kommen.

Verona .

147 0.

Die alte ehrwürdige Residenz der Ostgothen-könige hat die Kunst frühzeitig nicht nur durchfremde, sondern auch dnrch einheimische Werklentegefördert.

Giovanni de Verona ,

von 1470 bis 1472,

oder Johannes Veronensis ist daselbst mit der frühe-sten italienischen Uebersetzung dcS FroschmäuselriegSI^ü, 1!ati'!>comiom!><)Ilia cl'Omero ti-itdolta i» <.e!'üai'imk <la (xioi-x!» Kommaiiva, 15. ^mi. 1470." auf-getreten, doch erscheint sein Name erst auf demValturius <I<Z rs militari von 1472, einer WahrhastbewnnderungSwürdigen Arbeit. Mit und nach ihmwirkten

Petrns Manfer,

1 4 8 0,

aus Nouen in der Normandie gebürtig, einer jenerwandernden Typographen, welcher zuerst in Padua 1474, dann zu Verona 1480, später zu Venedig1482 seine Kunst ausübte und der noch 1490 und1491 in Modcna druckte. Ferner

Boninus de Boninis,

von 1481 bis 1483,

welcher anfänglich zn Verona und in der Folgezeitzu Brcscia eine Werkstatt errichtete, Antonio Gio-vanni Novelli 1484, Paul Friedenberger aus Passau 1436 und die beiden Brüder Giovauni und Albertode Verona , denen wir die merkwürdige Ausgabevon Acsop's Fabeln in lateinischer Sprache von1479 in Quart verdanken. Die Periode des Still-standes der typographischen Kunst in den folgendenJahrhunderten übergehend treffen wir in unserenTagen mit um so größerer Freude auf Meisterwerke,wie Vilciuii, Iii«to!ie <Ie« caiiipn^tte« et <I<>8 sillgeslaits psr les Italiens en IZspcixne <le 1808-1813,

welche aus den Pressen der königlichen Druckereihervorgegangen, Angelo Majo's Fragmente der

Jliade von 1819, ?vm^><zo I^itta, tami^Iie celebriiwülliie, Enniuö Quiriuus sämmtliche Werke, dieLllllectian lies iuiciens Iiistliriens xiec^ und viele

andere Drucke ersten Ranges.

Trevia.

14 70.

Ein kleiner Flecken in Umbrien im Kirchenstaatehatte schon im Jahre 1470 eine Presse, aus welcher

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