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einige Pressen in abgesonderten Localen mit wirk-lichen Prachtarbciten beschäftigt. Unter den typo-graphischen Meisterwerken dieser Art verdient das
„^.Ibum 6s I'Im^>rimsri<z ro)!i>s" für 1830 Erwäh-nung, welches unter der Administration des BaronVillebois und unter Duverger's Leitung einen Monatvor der Julirevolution bei Anwesenheit des Königs-paars beider Sicilien gedruckt worden ist. DasAlbum enthalt außer der Zueignung an jenes Herr-schcrpaar einen Abdruck sämmtlicher in der Officinbefindlichen Schriftcharaktere solcher Sprachen, zudenen man sich romanischer Lettern nicht bedient.Man findet darin nahe an fünfzig verschiedeneAlphabete von den mannigfachsten Größen, derenSchriften zusammengenommen 16,500 Patrizeu,20,000 Matrizen und hundert vollständige typogra-phische Sätze bilden. Die darin aufgenommenenCharaktere von den ostasiatischcn Sprachen sind:Sanskrit, Pali , bengalisch, tibetanisch, birmanisch,japanesisch, mongolisch und Mandschu ; von west-asiatischen.- hebräisch, rabbinisch, samaritauisch,palmirisch, persepolitanisch, syrisch, nestorianisch,estrangelisch, altarabisch, vulgärarabisch, persisch,türkisch, armenisch und georgisch; von afrikanischenIdiomen: Hieroglyphenschrift, coptisch und äthio-pisch; von europäischen Sprachstänunen: etruSkisch,griechisch, mösogothisch, angelsächsisch, glagolischoder slavonisch, russisch und Rnnen-Charaktere.Ferner eine chinesische Uebersetzung des Vaterunsers,welche nicht, wie noch jetzt in China gebräuchlich,mit Holztafeln, sondern mittelst eigends nach Klap-roth'S Vorzeichnung gravirten und in Gruppenzusammengesetzten Typen ausgeführt ist, dazu einbesonderer Titel in Grün, Roth und Gold aufschwarzem Glanzpapier, sowol in der Anordnung derarchitektonischen Ornamente, als im Drucke ausge-zeichnet. Drei geographische Karten nach Duverger'stypometrisch gebildeter Composition nebst Musitaliennach desselben neuem Systeme, die Notcnköpfe blauauf goldenen Linien folgen den Schriftproben undVerzierungen aller Art in Gold-, Silber-, Bronze-und Farbendruck nach den Zeichnungen des ArchitektenChcnavard nebst den Abzügen einer gnillochirtenPlatte, welche zwiefach, nämlich ans der Kupfer-und auf der Buchdruckerpresse erzeugt wurden, bei
denen also die eine die Zeichnung in weiß aufdunklem Grunde, die andere in schwarz ans weißemGrunde liefert, machen den Beschluß d-'s Ganzen.Den Haupttitel dcS Werkes ziert ein Holzschnitt,welcher die Attribute der KönigSwürde inmitteneiner Strahlcnsonne darstellt. Unter den Orna-menten befinden sich einige in Clairobscnrdruckcn,z. B. das Bildniß Karl's X. im Medaillenstyle undzwei grauen Schattiruugen in schwarzer, blaueruud weißer Einfassung mit goldenen Nandzeich-nungen, Portraits anderer Mitglieder der FamilieBonrbon im pompejanischen Geschmacke schwarz,Gold und Bronze, oder im Medaillenstyle in dreigrünlichgrauen Nüancen ans Vronzehintcrgrund,von gelbröthlichcn Emblemen umgeben; das letzteder Ornamcniblätter enthält eine Zusammenstellungder bonrbonischen Wappen in zwei grünen Schatti-rungen auf hellgrünem Papiere.
Dies einzige Beispiel zeigt zur Genüge, wasjene großartige Anstalt selbst auch in den sogenann-ten „Lllltions <Z<- I,uxs" zu leisten im Stande ist.Sie stehet unter des Staatsraths Lebrun Leitung,dessen Güte wir die Mittheilung obiger zum erstenMale in Deutschland bekannt gewordenen authenti-schen Nachrichten zu verdanken haben, gegenwärtigim höchsten Flore. Im Jahre 1833 hat sie auf dessenBetrieb zwei vollständige Sammlungen chinesischerLettern, 85,000 an der Zahl, auf der Grenze vonTibet nach sehr eleganten Vorbildern in Holz schnei-den lassen. Diese sollen nun clichirt und dann ge-gossen werden. Es ist dies der sechste Versuch, dendie königliche Druckerei seit einem Jahrhundertemacht, sich brauchbare chinesische Typen zu ver-schaffen. Die ersten waren die, mit denen Four-mont's Grammatik und Katalog gedruckt wurden;Des Hautorais ließ 12,000 kleinere schneiden, mitdenen de Guignes chinesisches Lerikon gedrucktwurde. Man vergleiche dessen „Rssai I>iLtoi-i<jii<-
sur l'origüiL <les csr»ctere8 orientlliix <le I'Impi-Imerisrozaliz" in den „I^otices st e.xtraits <!>?!> Alaniiücrlts6-- la Lldllotllöizus «tu Koi, l'om. I. 1787." Hierausfolgten diejenigen, deren sich Abel-Nemusat zuseiner Grammatik bediente, dann die Klaproth'schen,welche große Ansprüche auf Eleganz machen, aberdoch wegen ihres unangenehmen Aussehens nur
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