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Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
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Paris . Wie Iwiiiglichc Druckerei.

eigenes Patent haben, aber auf den Namen einesBrevctii'tcn arbeiten, von dem sie ihre Officin inPacht haben, jevc einzeln zu schildern und derenFortschritte zu würdigen. ES genüge, deren Namenhier zu findein Agasse, Bachclier, Bailly K (5.,Baudouin, Banle Iubin, Belin, Be'lhnnePlon, Boudon, Boule, Bonrgogne il Martinct,Brun, (5asimir, Ehassaignon, Cordier, Cosse ^Lagnionie, Eosson, Deconrchant, Dclacombe, De-lagnette, Delalain, Dentu, Delanchy, Dncessois,Dnpont, Dupuis, Fain, Gmtiot Gros, Gra-tiot (5., Guyot K Scribc, Henry, Herhan,Hiugray, Hnzcird, Lacrampe C., Lange Levyti (5., Lebeguc, Leclcrc, Lenormant, Lottin de St.Gerinain, Malteste, Maulde !i Renou, Mevrel,Miguerrct, Moequet ^ C., Moessard, Moreau !iBruneau, Moronval, Pihan Delaforest, Pillct,Poltet (5., Porthmann, Pousfielgue, Pousfin,Pronr C., Nignour, Saintin, Sapia, Smith,Stahl, Tcrzuolo, Thomas, Thomassin, Tilliard,Tronssel, d'lltnrbie, Vinchon, Vrayet de Surcy,Wornis ^ C. und Wittcröheim. Wir beschrankenuns daher auf die

Königliche Druckerei,

im ehemaligen Hütel Cardinal, Ilu« vivMe <l>!'rem^lv 89, nebst den gleichartigen Instituten zuLondon , der l'^oxriiü» <1<!»IV propii^unä^ in Noinund der NniversitätSbnchdrnckerei (ei-irenclon ?ress)zu Orford, eine der großartigsten Officincn derWelt und die bedeutendste Druckerei in Paris , inder sich gleichsam alle übrigen concentrircn, indemsie mit mehr oder weniger Glück ihr nachzufolgenstreben. Sie wurde unter Franz I. begründet undvon dem berühmten Elaude Garamond mit Schriften,die den Namen eilsracteres rexii führten, versehen.Ihre frühere Geschichte übergehend fassen wir nnrdie Gegenwart ins Auge. Sie beschäftigt mit denNebcnzweigen, die damit verbunden sind, als demStempelscl'neideratelier, der Schrift- uud Stereo-tt'vengiesierei, der Buchbindcrwerkstatt u. s. w., tag-lich an 500 Menschen, darunter allein 144 Setzerund 204 Drucker, uud verbraucht jahrlich ungefähr10,000 Ballen Papier. Der Schriftenvorrath, dernicht nur alle occidcutalischen und orientalischen,

sondern auch alle bis jetzt druckfähigen arktischenund antarktischen Sprachen nmfaßt, beträgt bei-läufig 7000 Centncr. Einzig uud allein von Anti-gua und Enrsiv (csracteres rommns et it-UIcjueü)sind 29 Sätze (Lorp«), von Schreibschriften (rorps<l'ec>'!tii>-e) 22 Sätze und 30 verschiedene Garniturenvon Initialen nebst einer großen Menge Vignetten,Zeichen, Ornamenten, Verbindungszügen u. s. w.vorhanden, im Ganzen über 4300 Stempel und14,600 Matrizen. Der chinesische Satz, welcherunter Ludwig XIV. gravirt worden, enthält allein126,000 Gruppen oder Bcgriffzeiehen; dazu kommenzwei andere Sätze von 86,000 Gruppen, welche imJahre 1838 in Ehina selbst auf Kosten der Regie-rung geschnitten wurden und endlich ein erst kürzlichvollendeter Satz nach einem ganz neuen Systeme,womit man mittelst 5-6000 Zeichen alle Elementeder chinesischen Sprache in der Typographie getreuwiedergeben kann, indem eine jede der Gruppen ausbeweglichen Zeichen besteht, welche sich nach Willkürzusammenfügen, auseinander nehmen und verän-dern lassen. Außer zwei durch Dainpsmaschinenin Bewegung gesetzten und blos für den Druckder Gesetze bestimmten Applegath - K Eowper'schenSchnellpressen sind täglich 130 Handpressen derverschiedenartigsten Bauart im Gange. Die Fra-pie'schen Gußeisenpressen und die von Gaveaurverbesserten Stanhopeprcssen verdrängen die nochvorhandenen Holzpressen mehr und mehr. ZurDarstellung von Querlinien auf den Tabellarienwerden neun Maschinen von Mädchen bedient undaußerdem noch sünf Trocken - und eine Beschneide-maschine angewendet. Erstere sind den in den Cat-tunfabriken gebräuchlichen ähnlich; die gedrucktenBogen werden auf denselben zwischen Tüchern überkupscrue mit Dämpfen erhitzte Cylinder weggeführtund somit denselben fast augenblicklich die Feuchtig-keit entzogen. Da diese Riesenoffiein vorzugsweisemit dem Drucke der Gesetze, Reglements und Ordon-nanzen, sowie aller Arbeiten für die öffentlicheAdministration und der unter königlicher Autoritäterscheinenden Schriften, wie der ülemvi, 6eI'I»«titut tle ^r-nice" u. s. w. beschäftigt ist, soscheint im Ganzen mehr auf Schnell- und Viel-, alsauf Schöndruck geachtet zu werden. Doch sind auch