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Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
Seite
247
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Paris . Firmiir Didot.

Henri Didot. Jules Didot . 247

diesen Dichtern. Alle Regierungen seines Vater-landes, von der Republik bis aus Karl X . habendurch Ehrenbezeigungen seine Verdienste aner-kannt.

F i r m i n D i d o t,

Bruder des Vorhergehenden, erhielt von seinemVater 1789 die Leitung der Schriftgießerei, die erbald durch Erfindungsgeist, Geschmack und Fleißzu einer vor ihm noch unerreichten Vollkommenheitemporhob. Die aus seines Bruders Pressen hervor-gegangenen Prachtdrucke verdcmken ihre Vorzügeden von ihm gegossenen Schriften. Seine Ver-dienste um den Stempelschnitt, Letternguß, Stereo-typie und Typomctrie, sowie um alte Zweige derTechnik seiner Kunst werden weiter unten bei Schil-derung des Mechanismus im Druckverfahren ihreBeurtheilung finden; doch zeigen auch Werke, wieDom Joze Maria de Souza-Botelho'svs I^usisllos"des Camoens von 1817. klein Folio, und Daunou'sAusgabe der Henrike" von 1819. in 4., sowiesein Sallust und Catull in gr. Folio, was er alsDrucker zu leisten im Stande ist. AIS Uebersetzcrdes Tyrtaus und als Verfasser derNotes -l'unvo^!>g<? le l^ev-tnt" nahm er nnter Frankreichs Literatoren sowie als Deputirter unter den Staats-bürgern einen ehrenvollen Platz ein. Er starb 1336allgemein betrauert zu Paris .

Henri D i d o t,

Pierre Franxois Didot's Sohn, als Erfinder der I?on<!erie polMmat^pe" berühmt, mit dessen nachder neuen Gießmethode gefertigten Typen Bauzee'sAusgabe von Thomas a Kempis Erbauungsschriftlis imiwtions LKristi" 1816 ausgeführt ist, wirddem Leser weiter unten, wo von der Technik derKunst die Rede sein soll, näher bekannt werden.

Jules D i d o t,

Pierre Didot's Sohn, ist durch seine Prachtar-bciten nicht nur in Frankreich , sondern allerwärtszu hinlänglich bekannt, als daß seine Verdienstehier noch einer besonderen Schilderung bedürften.

Merkwürdig aber bleibt cS, daß alle seine Werkenur mit den Hand-, nicht aber mit mechanischenPressen, denen er abhold ist, ausgeführt wor-den sind.

Außer Firmin Didot Freres, welche neben zwanzigHandpressen von verschiedener Construction noch zehndoppelte nnd größtentheils Cowper'sche Maschinenmeist mit eigenen NerlagSartikeln beschäftigen, istDuverger einer der einflußreichsten Buchdruckervon Paris . Seine Officin beschäftigt zwanzig meistStanhope'schc Pressen von Gaveaur, Villcbois undFrapie, zwei doppelte uud zwei einfache Schnell-pressen von Applegath K Cowper und von Nous-selet. Seine Locale stehen dnrch Sprachröhre der-gestalt in Verbindung, daß sich aus dem Erdgeschoßins vierte Stockwerk Befehle ertheilen und vondorther wieder Anfragen beantworten lassen, eineEinrichtung, die man in vielen Pariser Druckereiencbensowol wiederfindet, als Windevorrichtungcn,um Schrift und Formen ans einem Stockwerkerasch und sicher iu das andere zu schaffen. Groß-artig wie seine Werkstätten mit fünfzig Hand-pressen und sechs Thonnelier'schen Maschinen sindauch die Leistuugen Everat' s. Seiuc mit Holz-schnitten von den ausgezeichnetsten Künstlern ver-zierten Prachtausgaben von Bernardin de Saint-Pierre's?»M et Vii-ginie", der französischen Uebersetznng desvon Huicliote", sowie derGlitteet une nuit" sind Meisterwerke der neuern Verbin-dung der Xylographie mit der Typographie. Vor-züglich reich an orientalischen Schriften ist die Osficinder Wittwe Dondey-Dupre; zu den gebildet-sten Männern des Faches gehören nebst den Didot'sund Duverger ein Crapelet und Panckoucke,als Literarhistoriker rühmlichst bekannt, Four-nier, Felir Locquin und vor Allen der un-längst verstorbene Rcnouard, der sich durch seinemit großer Gelehrsamkeit verfaßten^nnales 6s

l'imnriineris lies Gilles " und Zonales lies Ltiennes "

einen »«sterblichen Namen erworben.

Der Raum dieser Blätter gestattet nicht, vonden achtzig brevetirtcn Buchdruckereien, der mittelstDecrct vom 11. Februar 1811 als Marimum fest-gesetzten Anzahl, und den fast ebenso viel Imr>r!-meurs - Marions, oder Buchdruckcreibesitzern, die kein