Fnon. — Etiennc Dolet. — Jean Karbon. — Hugucs Karbon.
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einem Gebetbuche in hebräischer, griechischer undlateinischer Sprache und schloß dieselbe mit derAusgabe des Terenz von 1556. Seine zahlreichen,meist in der von Aldus eingeführten Cursivschristoder Jtaligne gedruckten Werke hat Maittaire ver-zeichnet. Die lateinische Bibel von 1550, in Folio,hat den stärksten Typenschnitt, der bis dahin bekanntwar. Es ist eine scharfe, große nnd gut gerundeteAntigua . Das Ganze bildet den schönsten Prachr-druck, der bis zu jener Zeit von der h. Schrifterschienen ist. Sein Sohn Anton Gryphins setztedas Geschäft mit gleichem Eifer fort und wußte denRuhm seines Vaters aufrecht zu erhalten. EinVerzeichnis; seiner Werke findet man in e. (Zesner,psnclsetae, Bl- 117 U. folg, und in ülaittairs, annal.tzpogr. 1. II. x. 566.
von 1538 bis 1546,
des Obigen Freund, wie man glaubt ein natürlicherSohn Franz I. und des Mädchens Jeane Careauaus Orleans , einer der merkwürdigsten Menschenseiner Zeit, zugleich Dichter, Redner, Humanistund Buchdrucker, aber in Allem excentrisch, 1509zu Orleans geboren, machte seine Stndien in Paris ,Padua und Toulouse , wurde wegen Streitigkeitenaus letzterer Stadt verwiesen, gab seinen Beruf alsJurist auf und wählte aus Vorliebe für die schönenWissenschaften die Vuchdruckerkunst. Unter Gry-phins Anleitung begann er diese Laufbahn 1533 mitder Herausgabe seiner lateinischen Gedichte. Wegenseines Unglaubens und der Verbreitung ketzerischerSchriften wurde er 1546 zu Paris als Atheist im37. Jahre seines Alters lebendig verbrannt. Manmachte auf seinen Tod das Epigramm:
Alortilles!mim»s giui<Ieb»s 6!eere ^>r!<lein;Kune immortules esse, Oolete, «Zoles.Vergl. Nee <ls la Kocbellg, Vie d'IZtlenno Dolet,?>»r. 1779. UNd ?roces cl'Ltienne Dolet, ?ar. 1836.
Iecin Barbou,
der Stifter einer berühmten Bnchdruckerfamilie.Ans seiner Officin ging die schöne und corrccteAusgabe der „Oeuvres <Zs LIement Hlnrot", 1539,
in 8. mit Cursivschrist gedruckt hervor. Sein Sohn
Hilgucs Barbou,
vertauschte den Aufenthalt von Lyon mit Limoges ,wo er 1530 die berühmte Ausgabe von Cicero'sBriefen an Atticns mit Noten von Sime'on Dubos herausgab. Noch wirken seine Nachkommen in dieserStadt und in Paris nnd wissen den alten Ruf ihresNamens durch treffliche Leistungen sich zu bewahren.Wer kennt nicht die von Contelier ans Anregungdes gelehrten Lenglet Dufrcsnoy um die Mitte deövorigen Jahrhunderts begonnene und vou Barbou,der das ganze Geschäft an sich gekauft, fortgesetzteAusgabcnrcihc der lateinischen Classiker, 29 Bänd-chen inDnodez, welche die zum Theil schon seltengewordenen ElzcviranSgabcn zn ersetzen bestimmtwaren?
Nach Lyon war das kleine, mehr durch seineWeine, als durch die Wissenschaft berühmte Städt-chen Chablis der erste Ort in der Provinz, wodie Buchdruckerkunst, obwol-nur auf kurze Zeit,von Pierre Le Rouge oder Rubeus, welcher hier
1478 „I,e livre des bonnes moeurs " 1473. in Folioans Licht treten ließ, ausgeübt wurde; hierauffolgten Toulouse und Poitiers 1479, Caen 1480, Vienne in der Dauphine 1431 (Olomb<le L»t!nes, lettres sur l'ori^Ine <le l'iinniimerle KVienne, V-tience 1837. 3.), Promentvur 1432,Troyes 1483 ^Lorr-Iid <Ie Lreban, reelierebe»Lur I'etllblissemend et l'exerclce <Ie l'imprlinerle ärro^e« etc. I^ove« 1839. 8.), Bre'aud-Lou-de'hac, ein Flecken im Gebiete von Morbihan , 1484,^ Nenn es, Hauptstadt der Bretagne , 1484, welchejedoch selbst in neuer Zeit für die Typographie ohnealle Bedeutung ist, Abbeville (^bb-tti« vllla)1486, Besänxon 1487, Nouen, Hauptstadt derNormandie (Kotlioinügum). Der erste Druck ist„ eiironi^nes <Ie Kor,n!ui<Ue" von Guillaume LeTailleur. 1487. Von seinem Nachfolger Jean LeBourgeois hat man „I^e liom-in <tu lioi ^rtus"und andere seltene Ausgaben von 1483-1499; nochdruckten daselbst Jacques Le Forestier 1488, MartinMorin von 1490-1497, Silvestre Nambnritrinoder Nambonritous 1493, Jean Richard 1499 undPierre Regnanlt 1500; Orleans 1490, Angou-leme l491, D ijon149I, das Kloster Clugny,