enn auch Koster und seine Erben, was
(Z nach den neuesten vorurteilsfreien Un-tersuchungen wol als erwiesen anzunehmen ist, umdie Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts zu Hartemnicht nur mit Holztaseln, sondern auch mit beweg-lichen Typen gedruckt haben, so ist doch
Aalst in Qstflandern,
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der erste Ort der Niederlande , wo die seit fast einemzwanzigjährigen Zeitraum schlummernde oder durchden deutschen Einfluß überflügelte uud momeutcmunterdrückte Kunst zuerst wieder mit vaterlandischerSelbststandigkeit ins Leben trat. Der frühesteDrucker aber, dem das Verdienst gebührt, dieselbein Belgien eingeführt zu haben und auS dessenPressen hier durch NamcuSunterschrift und Jahr-zahl beglaubigte und mit beweglichen Typen ge-druckte Bücher hervorgingen, ist
Dierik Mariens,
von 1473 bis 1476,
oder Theodorich Maertens, auch Mertcns, der mitder classischen Literatur wohlvcrtraute Freund einesErasmus von Rotterdam, Adrianus Barlaudus undMartin Dorpins. Seine ersten Drucke vom Jahre1473 sind: „Dionysii de Fenwis alias NiKel,Spcculum convcrsionis pecratorum" in 4. und„Taliularc fratrum ordinis Deisrre Virg. <Mnriein Carmclo" in 4. Durch volle sechszig Jahre übteer die Kunst in verschiedenen Städten Belgiens aus,
als: in Antwerpen 1476 und Löwen und wendeteseine Aufmerksamkeit besonders auf die Verbesse-rung der griechischen Typen, wovon Bruchstückeaus Aristoteles , Aristophaues, Lucian, EuripideS,Demosthenes, Jsokrates, Plato , Theokrit und Xeno-phon, besonders aber aus der Jliade und die Gram-matik des LascariS Zeugniß geben, wie er dennüberhaupt zu den ersten Typographen gerechnetwerden kann, welche ganze Werke in griechischerSprache gedruckt haben. Von Aalst begab er sich1476 nach Antwerpen und gegen das Ende desJahrhunderts nach Löwen und kehrte um 1528wieder in seine Vaterstadt zurück, wo er 1534, einGreis von achtzig Jahren, starb. Die Type seinerfrüheren Drucke ist die eigenthümliche hollandisch-gothische mit vielen Ecken und scharfen Kanten, dieder späteren halbgothisch und diejenige aus der letztenPeriode seines Lebens von schönem römischen oderAntiquaschnitt. Er gehört zu den Druckern, welche,genau die Handschriften jener Zeit nachahmend, diemeisten Abkürzungen der Worte angewendet haben,als y am Schlüsse sür „us", ein umgekehrtes - für„con«, ; sür „ins" am Ende des Wortes, oder
für „rum", ee für „esse", si für „pro", xs'insür „eiiristum" u. s. w.
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ist diejenige Stadt Hollands , wo die Buchdruckcr-kunst, wenn man von den freilich undaiirtcn Er-zeugnissen Harlems abstehet, am frühesten geübt