Druckschrift 
Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
Seite
259
Einzelbild herunterladen
 

Ariiggc. Colard Mansion .

259

Colard Mansion ,

von 1476 bis 1484,

aus Frankreich stammend, ein Mitglied der schonin der Einleitung erwähnten St. Johannisgilde oderder Zunft von Schnllehrern, Abschreibern, Nubri-catoren, Briefmalern und Briefdruckern, Form-schneidern, Buchbindern u. s. w., in deren Registernnach Van Praet sein Name schon zwischen 1454 und1468 vorkommt. Die Ursache, warum er von letz-tcrem Jahre bis 1471 in jenen Zunstbüchern nichtmehr erscheint, war wol keine andere, als daß erin Mainz oder Cöln die Drnckkunst erlernte, die erdann im Jahre 1476 in Brügge und zwar meist mitWerken, die er selbst in das Französische übersetzthatte, einführte. Sein erstes Werk ist:Fc znrdin

de dcvotion" mit dein Colophon:Primum opusimorossum per Lolaroum Mansion. Urngis. Fau-octur omliipoteils." ohne Angabe dcS Druckjahrcs.Sein erster datirter Druck von 1476 führt nach derSitte der damaligen Zeit keinen Titel, sondern beginntsogleich mit der ersten Colnmnc:<5n commenceJehan bocacc dc crrtnld son liurc.jntitulc oc inNunno !>rs nobles hommos et scinmcs." Seiu letzterdatirter Druck von 1484:Die Metamorphosen desOvid, erklart (mo>-üisues) von Thomas Walchsund ans dein Lateinischen in daS Französische über-setzt von Colard Mansion ", soll in dein Eolophoneine Probe seiner aus den französischen Handschriftenjener Zeit entlehnten eigenthümlichen Type, von denFranzosen ecl'iuirs grosse l>!lt!»'<1e" genannt, demLeser vor die Augen führen:

KaitgjmMmewiKmo

M vMe ey fvan

YMM L^o^rt mauftoycikoiey W j(M ou moie NGax tay wgmw mit qua?tre censnij.Mny.

Doch behielt er anch in einem seiner Werke diesemigothische Type bei, wie gegenwartiges Faeflmile

ans ^<Z!>n üoutitüei''«gr. Folio, beweiset.

, Lomme i'Ui'llle

1479. in

Kne fouim^ tural comxMe parleldan bouMer cmiköiLier du ro^ias. N imp2iwess beuAes xs-r (ÄmdMÄnticmtÄN nnl.eccc.lMp.

Das Leben und Wirken dieses merkwürdigenMannes hat der gelehrte Pariser Bibliothekar VanPraet geschildert inKotico «m- c!ol-n-<l tVl-uisionlibraüs et im^rimeur <le la ville 6e Lnixss en Vlaiiäre.

?!>ris, 1829. 8." Er kann zugleich auch als dereinzige Drucker in Brügge wahrend des fünfzehnten

Jahrhunderts betrachtet werden; denn Ghesqniere'SMeinung, es habe Jean Vriton, ein geschickter Kal-ligraph, daselbst die Buchdruckerknnst erfunden undausgeübt, ist schon weiter oben bei Auseinander-setzung der verschiedenen Ansichten über die Erfin-dung der Typographie sattsam widerlegt worden.