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Probebogen, unterwarf jene, nachdem schon einewiederholte Privatcorrcctnr gelesen war, nochmalseiner öffentlichen Revision, indem er einem Jeden,der einen Fehler aufzufinden im Stande war, eineansehnliche Belohnung anbot. Während des inden Niederlanden aufgebrochenen, Alles verheerendenKrieges, der unter Herzog Alba's eisernem Com-mandostabc bis zum höchsten Grade der Ungerech-tigkeit uud Grausamkeit geführt wurde, zog sichPlautin mit einem Theile seiner Druckerei nachLcyden in Holland zurück und übergab die Führungdes andern zu Antwerpen seinem Schwiegersohne,dem gelehrten Franz Naphelengh. Spater kehrte erzurück und sandte jenen nach Leydcn. Das herr-lichste Denkmal der Knnst lieferte er in der achtFoliobande starken „vidli^ polx^Iotw« von 1569-1572, über deren Druck der gelehrte spanische TheologMontanas die Aufsicht führte, welche ihm zwar vonPhilipp II. den Titel eines königlichen Proto- oderArchitypographen, aber keinen Ersatz für den unge-heuern Kostenaufwand verschaffte. Es heißt zwar,das! er den Druck dieser hebräisch-chaldäischen uudgriechisch-lateinischen Bibel durch Verwendung desCardinalS Grcmvclla auf Kosten des Königs unter-nommen habe; allein es scheint die königliche Muni-ficcnz hauptsachlich auf Verleihung obigen Titelsund einen Geldvorschnß sich beschränkt zu haben,dessen Wiedererstattung ihm nicht geringe Sorgenverursacht haben soll. Nichts desto weniger hinterließ
er nach seinem Tode 1589 seinen drei Töchterneben so viele Druckereien zu Leyden, Antwerpen undParis . Die erstere erhielt mit der ältesten Tochterjener berühmte Franz Napheling oder Naphelengh,Lehrer der morgenläudischcn Sprache an der Hoch-schule zu Leydeu, wo er 1595 mit einer reichhaltigenProbe seiner neugeschaffenen Typen „ 8i>ecimon «na-racterum -»'Äbicvi'uiu olkcinno ?l5>M!niiui!><z" hervor-trat. Die Antwerpens Officin bekam mit der mitt-leren Tochter Jan van Morst (^»Iiunnes Aloi-ews),dessen Sohne Balthasar der sterbende Großvaterseine ausgezeichnete Büchersammlnng vermachte.Die Pariser Officin aber ging mit der jüngstenTochter an Gilles (Acgidius) Beys über, welcherder erste Typograph gewesen sein soll, der in seinenDrucken die Konsonanten j und »> von den Vocaleni und u unterschied. Alle drei Eidame Plantin'S,besonders aber Naphelengh und Moretns mit seinemSohne bestrebten sich, durch treffliche Leistnugcu dengefeierten Namen auch in ihren Nachkommen ingesegnetem Andenken zu erhalten.
Unter seinen Zeitgenossen zeichnete sich wenigerdurch großartige Unternehmungen als durch eigen-thümlichen Typcnschnitt Matthäus MeseuS ans, vondessen holländisch-gothischer Cursiv nachstehendesFacsimile auS der Mitte und vom Schlüsse deswenig bekannten Werkes: „Loun)s Porquiil, denwtcrsteir Wille. ThanÄtwcrpcn 1582" hier eineStelle finden mag.
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Brügge.
1 4 7 6.
Dieser berühmte Handelsplatz in Flandern undals Residenz mehrerer kunstliebenden Herzöge aus