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Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
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Fryden und Amsterdam . Janßo» Ulaeu.

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rothen Lettern gezierten Psalters. Ihre Verdienste

lind Fehler schildern^.iibi-v, I^otice sur les impri-ineuvs <le I» sgmille <Ies I^I^evii-es, ?aris 1806."(8. Ler»r6) IZssai l>ibl!o^r^l>i<ju<z sur les editionsdes IZIxeviis les ^>Ius precleuses et les ^>Ius reellem-cl.ee«. 1822. 8." (Vergl. Götting. gcl. Anz.1823. St. 128. p. 1273-78.) nndCollier, l'I.eorislies edltions IZlseviriennes " ill denKlellliixes tires6'iule petitv l>idlivtlie<zue, ?aiis 1829."

Eine nicht minder berühmte Buchdrnckerfamilieder Niederlande im siebenzehnten Jahrhunderte wardiejenige der Blaeu's.

Jansson Blaeu,

auch Janssonins Blavius oder Coelius genannt, eindurch seinen Freuud, den berühmten Tycho Brahe, in der Mathematik, Erd- und Himmelskunde zueinem der ersten Gelehrten dieses Faches ausgebil-deter Typograph, hat sich durch seinen prachtvollausgeführte-: großenAtlas" Amsterdam in zwölfGrofisoliobänden, sowie dnrch sein Novum l'liea-

trum urbium IZelxicae re^Iae", ebendaselbst 1Ü49,zwei Foliobande mit vielen Karten und Kupfern,einen unsterblichen Namen erworben. Fast ebensogroßes Aufsehen erregte W. Blaeu 'öZeespiegel"Amsterdam 1627, drei Theile in einem Bande inFolio.

Jansson's zwei Söhne, Johann nnd CorneliusBlaeu, verfolgten die Bahn ihres kenntnißreichenVatcrS. Nach dem Tode des jüngeren Bruderssetzte Johaun das Geschäft allein fort und vollendete,was sie gemeinschaftlich begonnen. Sowol seinetypographischen als geographischen Arbeiten werdenfür alle Zeiten Anerkennung finden. Ucberall istdas Streben sichtbar, Ungewöhnliches zu leisten.

An die Familien der Elzevire und der Blaeuschließen sich diejenigen der Wetstein (aus Basel stammend) in Amsterdam und der Van der Aa undLuchtmans in Leyden rühmlich an, von denen dieerstere, Vater und Sohn, besonders im Fache derTheologie, letztere aber in der classischen Literaturder Griechen und Römer sich ausgezeichnet haben,deren philologische Schriften sich jedoch mehr dnrchCorrectheit und einen einfachen typographischen Ge-schmack, als durch Pracht auszeichnen.

Die Buchdruckerkunst, welche im siebenzehntenJahrhunderte und zu Anfange des achtzehnten einehohe Stufe der Vollkommenheit erreicht hatte,ging zu Eude des letzteren durch innere Unruhenihrem Verfalle entgegen. Nach der Umwandlungdes politischen Zustandes von 1795 wurde es mitden Bestrebungen für Kunst und Wissenschaft, sowiefür die Trägerin der Letztern, die Typographie,eher noch schlimmer als besser; denn als mit derfranzösischen Oberherrschaft anch die Censur einge-führt wnrde, war jeder geistige Auffing gehemmtund Buchhandel und Vnchdrnckcrkunst lagen dar-nieder. Erst nachdem die tapsern Niederländer daöfremde Joch abgeschüttelt und wieder ein selbststan-digeS Reich gebildet hatten, fing anch diese Kunstsich zu heben an. Der weise Regent anS dem ange-stammten Fürstenhause der Oranier erließ Gesetzezum Schutze des literarischen Eigenthums, uud wiemit einem Zauberschlage sah man allcrwartS groß-artige Werke entstehen. Glücklicher Weise ist dieserAnsschwnng dnrch die belgische Revolution von 1830nicht gehemmt worden. Die Ausbreitung der typo-graphischen Kunst geht mit den Fortschritten derWissenschaft Hemd iu Hand und die Zahl der Zeit-schriften, deren gegenwartig, die TageSblalter nndAlmanache nicht mitgerechnet, an siebenzig vor-handen sind, giebt eine Art von Höhenmesser derCultur ab.

Hatte die Stereotypie schon 1700 durch die, wiedie Holländer behaupte», von jedem fremden Ein-flüsse unabhängige Erfindung des I. van der Mcyund Johann Müller's, Predigers der hochdeutschenGemeinde zu Leyden, sehr bald nicht unerheblicheFortschritte gemacht, worüber Baron van Wcstrcencnvan Tiellcmdt in seiner Schrift:Verlag van <1e

nssporinge» omtrent de ooi's^>ronl<elvlie uitvindin^eu bet vroexste gediuik der stereotvpisclie druck--vvv2s" S'Kravenb-lge 1833. in 8. ausführlicher be-richtet, so durfte die Vervollkommnung des Gold-und Cougrevcdrucks nicht ausbleiben. Letzterer istvor einigen Jahren durch den Buchdrucker I. Oom-kens zn Gröningen eingeführt worden. Im Jahre1838 hat der Typograph C. Blumenthal (Blom-mendaal) in Rotterdam mit gutem Erfolge denenglischen Golddruck nachgeahmt und am 24. August,

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