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Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
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Fcydrn und Amsterdam . <Ä. und U. Elzevir. I. und D. Llzevir.

auf den Namen, welcher im Holländischen sovielalsUlmcnfener" bedeutet, von Elze (Ulme) undvüür oder yier (Feuer). Jsaak's letzter Druck ist l'Iior!»«, ?l) »uuiü 'I'->li»cI, 1628. in 4."

Abraham und Bonaveutura Elzevir,

von 1622 bis 1652,erhielten unterm 15. Mai 1626 von den General-staaren von Holland das Privilegium für ihrekleinenRepubliken" und von dieser Epoche datirt sich derRnbm der Elzevirc. Können ihre Ausgaben deinPorwurfe der Incorrectheit, welcher besonders denVirgil von 1636 trifft, gleichwol nicht entgehen, sostehen sie doch an Eleganz der Typen, Schönheit desPapiers und Anordnung deö Satzes, wenn mandie griechischen und hebräischen Drucke des Stepha-uuS in Paris auSnimmt, keinen Büchern nach, diezn gleicher Zeit und zu gleichem Zwecke in anderenLandern erschienen sind. Ihre letzten Ausgabensind von 1652, in welchem Jahre beide Brüderstarben.

Johann und Daniel Elzevir

arbeiteten seit 1652 als UuiversttätSbuchdrucker ge-meinschaftlich. AnS dieser Periode stammtl'bo-»i!>s K Kemnis, <le imitativ»« tüluiLtl Ii1>r! cm^tuor"ohne Datum, nnstreitig eines der schönsten, selten-sten und beliebtesten Werke der Elzcvire. Aberschon 1655 löscte sich ihre Gesellschaft auf. Johann,Abrabam's Svhu, führte die Druckerei zu Leydeuallein fort und verherrlichte sie durch mehrere Pracht-ausgaben, starb jedoch 1661 in der Blüthe seinerJahre, ohne im Stande gewesen zu sein, die vielenPlane seines regsamen Geistes anSzusühren. Daniel,Bonaventnra's Sohn, begab sich nach Amsterdam ,verband sich daselbst mit Ludwig, Jsaak's Sohn,der sich ansanglich dem Secdienste gewidmet hatte,gab in Gemeinschaft mit ihm die meisterhaft gedrucktefranzösische Bibel von 1669, zwei Bande in Folio,heraus, löscte aber nach kurzer Zeit diese Verbin-dung wieder ans, druckte für sich allein und nahmerst 1680 Abraham Wolfgang Elzevir zum Genossenund Thcilnehmcr des großartigen Geschäftes an.Allein noch in dem nämlichen Jahre erlag der thätigeManu dem Ungcmache des verheerenden Krieges,

der ihm, wie seinem unglücklichen Vatcrlande, alleHossnnngen raubte. Seine Wittwe, Anna Bowing,vermochte nicht länger als ein Jahr die Officin inWirksamkeit zu erhalten, worauf sowol die VerlagS-artikel als später selbst auch der Druckapparat anAdrian MozinS im Haag übergingen. WaS DanielElzevir den Vorrang vor allen Mitgliedern seinerFamilie verschafft, sind die beiden bewunderungs-würdigen Ausgaben des Lur»»« Im-i»" in Octavund Folio, von welchen besonders die letzte zu denschönsten Erzeugnissen der Typographie gehört.

Minder berühmt, als die Genannten, warenJakob Elzevir, ein Sohn des Matthys, welcher von1626-1629 zu Leyden druckte, und Pieter Elzevir,ein Enkel jenes Matthys, der als Buchhändler undDrucker zu Utrecht lebte, wo er unter Andern Ben-jamin Priolo'S Werk:<lo redus x-chiclj-" 1669herausgab. Der Name dieser Familie verschwindeterst 1710 mit Abraham Elzevir , dessen Leistungenkeineswegs an die kunstgerechten Arbeiten seinerAhnen erinnerten, mit Daniel aber war der Glanzdes Ruhmes erloschen.

Ungeachtet der Freiheit, welche die Elzcvireunter dem Schutze der republikanischen RegierungHollands genossen, fanden sie dennoch, theils anspolitischen, theils aus religiösen Rücksichten, theilsaus HandelSintercsse für gut, gewisse Werke, dieaus ihren Pressen hervorgingen, nicht unter ihremNamen erscheinen zu lassen, wie dieHtn^>!a" desThomas Morus , Boeealiui's?ietia 6vl pui-ux»"«-"und dessen Sscretsrio <li ^»ollo." Mehrere hin-gegen, wie aus der Sammlung kleiner Schriftenznr Staatenknnde ^on 62 Scdezbändchcn, der soge-nannten Republiken", sind ihnen mit Unrecht zuge-schrieben worden. Eine den Elzeviren eigenthüm-liche Marimc soll gewesen sein, einen großen Theilihrer Drucke von Frauen durchsehen und corrigirenzu lassen, in der Voraussetzung, daß diese dabeisich nie eine eigenmächtige Veränderung deö Te.rteserlauben würden; doch wird auch der gelehrte Zetterals Corrector in Daniel Elzevir's Officin genannt.Zu den schönsten Leistungen dieser Küustlerfamiliegehören, außer den schon genannten Werken, ihreAusgaben des Virgil, Terenz und anderer römischenElassiker, sowie des Neuen Testaments und des mit