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Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
Entstehung
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London . N. Grafton. N. Wolfe. I. Day. N. Junge. Th. Vautroliier. 283

Von 1500 an machte die Kunst, welche mittler-weile auch in Orford, Abtei St. Albans , Canter-bury, Cambridge , Tavistock, Worcester, Jvswichund in anderen Städten eine günstige Aufnahmegefunden, rasche Fortschritte in der Hauptstadt deSLandes. Unter den Typographen jener Periodezeichnen sich aus: William Faques, welcher mitPynson die ParlamentSacte im 19. Jahre der Regie-rung König Heinrich's VII. druckte; John Scott,1506-1534; Thomas Godfray, 1510-1532; JohnRasteli, Schwager des berühmten Thomas Morus ,1517-1536; Robert und William Copland, 1515-1561; John Butler, 1520; Robert Wyer , 1524;Robert Redman, 1525-1540; Richard Banks, 1540;Laurcnce Andrew, JohnNicolas, Alexander Lacy,Thomas Marsh, John Whitechurch, John Reyncs,Thomas Berthelet, Richard Fawkes, John Haukyns,William Rastell , John Toye, John Byddle, Tho-mas Gibson, John Gowgh, William Marshall ,Roger Latham, Richard Grafton , eben soberühmt durch seine Bildung, als durch seine typo-graphischen Arbeiten, unter denen sich theologischeWerke nnd Chroniken auszeichnen. Eine seinerschönsten Leistungen ist die sogenannteCranmcrBibel" von 1540, in Folio, die nnter Aufsicht desErzbischofs Craumer entstand und deren verzierteInitialen:II. K. («enricus Kex), K. «. (RichardGrafton ), L. >v. (Edward Whitechurch) und ^V.(William Tindall )" Beachtung verdienen. Erwirkte unter Heinrich VIII. , Edward VI., Mariader Katholischen und unter der Königin Elisabeth.Bei dem Regierungsantritte der Letzteren lieferte er

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153S.« schon eine Art von Prachtdruck. EdwardWhitechurch, Thomas Petyt, John Wayland, Mi-chell Lobley, John und Anthony Malert, WilliamMiddleton, John Hertford, Robert Toy, RichardLant, Reynold Wolfe, ein gelehrter Schweizer ,der bei Heinrich VIII. und dem Erzbischos Cranmer in hohem Ansehen stand nnd sich außer den typogra-phischen Leistungen durch eine Sammlung von Zeit-büchern zur Geschichte von England berühmt machte,welche späterhin von HollingShed herausgegeben

wnrdcn; John Day, der erste, welcher mit dersogenannten Sachsentype druckte, die griechischen,sowie die Cursivlcttern vervollkommnete nnd seineWerke mit einer schönen Auswahl mathematischerFiguren und Karten verzierte uud die noch jetzt sehrgeschätzten ^cts and Monuments" oder I^ox'jj liuolcok ZVIill^rs" druckte, 1544-1583; Richard Day,desseu Sohu; Henry Smith, Nicholas Hill, Ri-chard Jugge, Hofbuchdrucker der Königin Elisa-beth und durch seine Bibelauögabeu berühmt; JohnWally, William Powcl, Hugh Siugleton, RobertCrowlcy, welcher das von neueren Bibliomanen sosehr gesuchte Buch : l'be vision ok?eireo ?Io>vm»n"1550 herausgab; John Cawood, Drucker der Köni-ginnen Maria uud Elisabeth, Rowland Hall, RichardTathille oder Tottel, William Norton, Henry Byn-ncman, früher Reynold Wolfe's Gehülfe; ThomasVautrollier aus Roucn, der berühmte Druckervon Giordano Bruno'S jetzt so seltenen Werken,1574-1488; Robert Waldegrave, John Wolfe,Buchdruckerok llie Iiononriible clt)' ok1i0»<lon";Roger Ward, William Carter , der wegen vieleraus seiner Presse hervorgegangener aufrührerischerPamphlets zu Gunsten der damals gefangenen MariaStuart geschleift, gehangen uud nachher gcvicrtheiltwurde; John Windet , Christopher nnd sein SohnRobert Barker , Thomas Newcomb, William Vent-ley, Evan Tylcr, John Field , John Bill, Bou-ham Norton und Henry Hills.

Eines der merkwürdigsten Prodncte der engli-schen Presse ist die von Gylles Godet 1560 gedruckte(Zenelog/ ok tt>o Xin^ ok I<)i>xIil,i<I", Welche dieGeschichte von Albions fabelhaften Königen vonBrutus bis auf Elisabeth mit tapetcnartigen in Holzgeschnittenen, 6 Zoll hohen Bildern darstellt. DasGanze scheint anstatt einer Tapete zur Wandzierdeirgend eines KönigsschlosseS bestimmt gewesen zusein und wnrde anfanglich als Rolle zum Umdrehenin einer Kapsel aufbewahrt. Um diese Zeit standdie schon im Jahre 1403 unter König Heinrich IV.begründete Druckergilde: St-itionei-'!, l^omnan^",die noch heut zu Tage blühet und in London einprachtvolles Zunsthaus: Stationer's Hall" besitzt,in ihrer höchsten Blüthe. Fast alle Könige gabendie Anerkennung ihrer Verdienste durch Verleihung