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Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung : Ein Denkmal zur vierten Säcular-Feier der Erfindung der Typographie ; Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Facsimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen alter berühmter Officinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten Erfindungen unserer Zeit / von Dr. Karl Falkenstein, Königl. Sächs. Hofrathe und Oberbibliothekar, ...
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London . John Hughs. Luke HansurÄ. William Stroh,»,.

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Erben ausdrücklich zur Pflicht, seine sterbliche Hüllenicht auf dein Kirchhofe und unter kirchlichen Ge-brauchen, sondern ohne alle Ceremonien im Gartenunter einer zu diesem Zwecke erbauten Pyramide zubegraben.

Neben ihm zeichneten sich aus: John BaSket,Tookey, Woodfall, ein Name, der über ein Jahr-hundert hindurch in den Annalen der Typographierühmlich Prangt; Samuel Nichardson, VerfasserderPamela" und vieler anderer Schriften; Wildeund Palmcr, in dessen Officin der große BenjaminFranklin eine Zeitlang gearbeitet hat; GeorgeNicholson und Dodsley.

John H il g h s,

von 1730 bis 1771.

Zu Thane in Orfordshire geboren und im Eol-leginm zu Eaton erzogen, begann er 1730 seineLaufbahn mit den zahlreichen und wcrthvollen Be-kanntmachungen der Dodsleys. Im Jahre 1740zog er sich durch den Druck der >, e»n«i<I<-i-ations onttis ^indarxo ou Provision« ok Viotual" die Ungunstund eine Anklage des Parlaments zu. Er wurdefür schuldig erklart und erst 1763 gelang eS ihmwieder durch die Verwendung von Lord North dieAnstellung als Parlamentstypograph zu erlangen.Die taglich wachsenden Verhandlungen machtenjedoch einen zweiten Drucker nöthig und somitwurde ihm

Luke Haiisard,

von 1799 bis 1828,

ein Mann von eben so großer Kenntniß als Beharr-lichkeit, beigcgebcn, welcher schon seit 1772 bei ihmals Setzer und Factor gearbeitet hatte und endlichim Jahre 1800 in den alleinigen Besitz des großenInstitutes trat. Als aber die Geschäfte des Hausesder Gemeinen, besonders seit der französischen Staatsumwalzung, immer zahlreicher und umfas-sender wurden, forderte er ein größeres, dem Um-fange derselben angemessenes Local nnd so wurdeihm denn in ?lU'l«!i'Lti'eet, l^ieensti-eet, I^!»co>»'sInn l''!el<l« ein Drnckhaus errichtet, dem kein anderesan Größe nnd Zweckmäßigkeit gleichgestellt werdenkann. Seine Kunstgeschicklichkeit, verbunden mit

der strengsten Geschäftsordnung, wußte alle Schwie-rigkeiten, die sich einem so großen Unternehmenentgegenzustemme» pflegen, so glücklich zu über-winden, daß er Pitt's Wohlwollen und Vertrauengewann. Er starb am 29. Octobcr 1828 nnd hinter-ließ drei Söhne. Der älteste, Thomas CursonHansard besitzt schon seit 1805 eine eigene bedeu-tende Officin in der für den Buchhandel und dieTypographie durch eine Menge Anstalten dieser Artseit langer Zeit berühmten I'-llor-no^ter II»». Ausdieser Ursache nannte er seine Druckerei l'Iio I>i>tei--noster ?ress". Er hat sich außer durch eine Mengetrefflicher in sein Fach einschlagender Leistungen cmchnoch als Schriftsteller durch ein umfassendes Werküber die Bnchdruckerkunstl^pv^i-uplüii, iu» Iiiüto-rical «Icetoll ok tliv ol'i>;iii pi'vgre!;!, »5 p>'!m!ii>;,London 1825. gr. 8." einen ruhmvollen Namenerworben, wenn gleichwol das, waS er über dieFortschritte der Typographie sagt, nur in Hinsichtauf England genügen kann. Die beiden jüngerenSöhne, JameS und Lnke, Thomas Eurfon's Brüder,setzten, schon früher Theilnehmer am vaterlichenGeschäfte, seit 1328 die ParlamcntSdruckerei, in deralle Verhandlungen dcS HanseS der Lords und derGemeinen uutcr dem TitelI^n-KuneM-u-v jourmtl»"gedruckt werden, aus eigene Nechnnng und mitsolchem glücklichen Erfolge fort, daß sie deshalbmancherlei Anfechtnngen zu erdulden haben und inneuester Zeit (1840) mit dem Buchdrucker Stockdalein einen merkwürdigen ParlamentSproccß verwickeltsind. Die Glieder der Familie Hanfard haben dieAnwartschaft, Großbritaniens Elzevire zu werden.

William Stra h a u,

von 1769 bis 1785,

geboren zn Edinburgh 1715, widmete sich frühzeitigder Kunst, zeichnete sich durch Geschicklichkeit, Fleißuud höchst moralisches Betragen so vortheilhaft aus,daß der königliche Buchdrucker Charles Eyre, indessen Officin er lange Zeit arbeitete, ihn 1769 zumOberanffeher seiner großartigen Anstalt machte und1770 ihm sogar daö Patent abtrat. Sein thatigerGeist nahm regen Antheil an der Politik. Im Jahre1775 wurde er für MalmeSbury in Wiltshire zumParlamentsmitgliede ernannt, von welcher Zeit an